Keine Frage, die meisten Kinder lieben den Zirkus. Für viele Kinder ist es vielleicht sogar ein Traum, einmal selbst als Artist in der Manege zu stehen. Es gehört aber schon eine große Portion Mut dazu, ohne mit der Wimper zu zucken über einen Scherbenhaufen zu gehen. Oder auch akrobatische Hebefiguren auszuführen.
Für die Kirchehrenbacher Grundschüler wurde dieser Traum wahr. Sie durften als Fakire, Akrobaten, Schwertkünstler, Clowns und wilde Bestien auftreten. In der Grund- und Mittelschule war der Kindermitmachzirkus Piccadelli aus Bamberg zu Gast.
"Das hat mir ganz viel Spaß gemacht", sagt die kleine Paula (8), die sich erfolgreich als Akrobatin versuchte. Für alle Buben und Mädchen war es eine aufregende Erfahrung. Und eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Die Erst- bis Viertklässler tauchten mit den Zirkusdirektorinnen Heidrun Müller-Gunzelmann und Irmi Krawielitzki in die bunte Zirkuswelt ein. An insgesamt vier Schul-Vormittagen (eine Klasse übte an jeweils einem Vormittag) stellten die Schüler mit den Trainerinnen ein komplettes Zirkusprogramm auf die Beine. Anstatt Mathe und Deutsch standen dann plötzlich Tellerdrehen und Balancieren auf dem Stundenplan. Das forderte von allen Engagement und Konzentration, um die Nummern in so kurzer Zeit einzuüben. Wobei der Spaß immer im Vordergrund stand. Ermöglicht hatte das Projekt der Förderverein der Schule um die Vorsitzende Birgit Gebhardt. "Es ist wichtig, den Schülern zu zeigen, dass Schule auch Spaß machen kann", beschreibt sie den Hintergrundgedanken des Projekts. Den Kindern fiel es nicht schwer, sich in den Zirkusalltag hineinzuversetzen und dabei förmlich über sich hinauszuwachsen. Liebevolle Kostüme und eine stilechte Kulisse trugen zur Zirkus-Atmosphäre bei. Die Turnhalle wurde in ein Zirkuszelt verwandelt und in Scheinwerferlicht getaucht. Die große Abschluss-Show ging auch reibungslos über die Bühne und begeisterte Eltern, Großeltern, Geschwister, Verwandte, Freunde und Lehrer der Kinder.
Auch die Bürgermeisterin Anja Gebhardt war als Ehrengast gekommen. Dem einen oder anderem Zuschauer entfuhr bei den einzelnen Nummern des öfteren ein erstauntes "Ah" und "Oh". Die Trainerinnen zeigten sich sichtlich zufrieden. "Besser geht es gar nicht", lobte Krawielitzki die eifrigen Nachwuchs-Artisten nach der Vorstellung.
Wie man eigentlich barfuß und unverletzt über die Scherben kommt und auch unbeschadet auf einem Nagelbrett liegt, wollte die Zirkusdirektorin Neugierigen übrigens nicht verraten. "Das bleibt ein Zirkusgeheimnis", zwinkerte sie. Die Kirchehrenbacher Grundschüler kennen es natürlich.
Die Fördervereins-Vorsitzende Gebhardt und vier weitere Mitglieder sahen die Show mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Für sie war es die letzte Vorstellung, da sie sich bei den Neuwahlen nicht mehr zur Wahl stellen werden.