Und das kam so: Seit Urzeiten beginnt die Kirchweih für die Kerwaburschen lange vor dem Termin. Da werden neue Mitglieder aufgenommen, der "Capo" bestimmt und ein Baum ausgesucht. Dabei kam ans Tageslicht, was manch einer nicht glauben wollte: Der Wirt will nicht die ganze Kirchweih arbeiten, sondern auch selber feiern. Deshlab einigte man sich, am Samstag und Montag im Mehrzweckhaus zu feiern und am Sonntag im Wirtshaus. Da die Kerwaburschen Mitglieder des örtlichen Heimatvereins sind, trat der nun erstmals als Veranstalter des Brauchtumsfestes auf. Bei den Neuaufnahmen war auch Roman Müller dabei.

Zusammen mit den anderen neun Kerwaburschen war er dabei, als man eine mächtige Fichte aus dem Wald holte und sie unter den Klängen der Rathausmusik auf der Dorfwiese aufstellte. Die Baumspitze war mit Christbaumkugeln (wegen des Schneegestöbers) und bunten Bändern geschmückt. 25 Meter ist der Baum lang.
Danach ging es ins Mehrzweckhaus, um mit dem Alleinunterhalter "Charly" den Rest des Tages die Weihe der Kirche zu feiern und sich aufzuwärmen.

Am Kirchweihsonntag gestalteten die Kerwaburschen den Festgottesdienst mit. Im Gegenzug ging Ortspfarrer Hans-Jürgen Johnke mit den Kerwaburschen anschließend zum Frühschoppen ins Wirtshaus.

Am Nachmittag fuhren die Kerwaburschen lautstark singend und von der Wannbacher Dorfmusik begleitet mit einem Eicher-Traktor und Heuwagen mit den Musikern am Haken durch das Dorf. An jeder Haustür klingelten sie und baten um eine "Kerwaspende". Im Gegenzug reichten sie den Spendern Bier- und Schnapsproben. Am Montag nahm der Brauch für ein Jahr sein Ende: beim Frühschoppen mit den Wiesent talern und abends beim "Betzenaustanzen". Dieses Mal traf es unter dem Beifall der zahlreichen Zaungäste Roman Müller, der mit Dorothea Hofmann an der Hand zum ersten Mal im Kreis gelaufen war.