Die Gebührenerhöhung in Sachen Abwasser in der Gemeinde Hallerndorf hat bei der Bürgerversammlung in Trailsdorf für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Rainer Rauh wollte beispielsweise wissen, warum die Gebühren erhöht würden, ohne dass zuvor nach der Ursache gesucht worden ist. Die Gemeinde will erst jetzt die Kanäle untersuchen lassen, um so den Ursachen für die steigenden Abwasserverbrauch auf die Spur zu kommen.
Rauh empörte sich zudem darüber, dass die betreffende Mitteilung im Gemeindeblatt noch hinter den Schulnachrichten versteckt war.

Während der Verbrauch an Frischwasser in der Gemeinde relativ konstant blieb und im 2013 230 000 Kubikmeter betragen hat, wurden im selben Jahr aber 730 000 Kubikmeter Abwasser in die gemeinsam mit Eggolsheim betriebene Kläranlage geleitet. Dies erklärte Kämmerer Christian Schmidt.


Eine Sache des Prinzips

Auch Reinhold Klima äußerte sich empört über die mehr als 100-prozentige Erhöhung. Er argwöhnte sogar, dass der Gemeinderat das Thema verschleppt habe. Dabei ging es den meisten eher um das Prinzip als um den eigentlichen Preis: "Wenn der Bäcker die Brezeln 100 Prozent teurer macht, kauft sie auch keiner mehr!"

Sebastian Schwarzmann (WG Trailsdorf), der Zweite Bürgermeister von Hallerndorf, erinnerte daran, dass der Preis für das Abwasser vor vier Jahren gesenkt worden war, weil die Gemeinde nicht mehr Geld einnehmen wollte, als sie dafür zahlen musste. Claudia Krauß (WG Trailsdorf), die nicht nur im Gemeinderat, sondern auch im Ausschuss des Abwasserzweckverbandes sitzt, erklärte, dass die Gebühren für Wasser und Abwasser nur alle vier Jahre neu kalkuliert werden.

"Wir kümmern uns und schlafen nicht." Mit diesen Worten wies sie die Vorwürfe der Bürger zurück. Während dieser vier Jahre seien die Gebühren ohnehin gesetzlich festgeschrieben und könnten nicht einfach erhöht werden. Nachdem Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) in seinem Vortrag Fotos vom neuen Kindergarten Willersdorf präsentiert hatte, fragte Monika Nagengast, wann denn auch der Kindergarten in Trailsdorf saniert würde. Da dieser allerdings im ehemaligen Schulgebäude untergebracht ist, das zudem unter Denkmalschutz steht, müssten die Gemeindevertreter erst darüber diskutieren, ob sie in das Gebäude investieren wollen oder ob es eine Alternative dazu gebe.

Urnengräber auf dem Schlammersdorfer Friedhof, eine Radfahrverbindung zwischen Trailsdorf und Seußling, Reste des Johannesfeuers: Die Teilnehmer der Bürgerversammlung trugen ihre Anliegen und Fragen vor.
Zu den engagierten und wissbegierigen Bürgern zählt auch Petra Horch aus Pautzfeld: Sie wollte zum einen wissen, ab wann neue Ofenabdichtungen bei Liapor dafür sorgen, dass die Staubbelastung durch den feinen Tonstaub in Pautzfeld sinkt.

Zum anderen wollte sie über den Zuwachs im Gasthaus Schneider informiert werden und interessierte sich dafür, ob man die Menschen ansprechen könne. "In der vergangenen Woche sind die ersten Asylbewerber eingezogen", bestätigte Gunselmann.

Junge Familien mit Kindern

Künftig sollen dort bis zu 24 Personen im älteren Teil des Gebäudes, der sich oberhalb der Gaststube befindet, Platz finden. Aktuell wohnen bereits 13 Menschen dort, junge Familien mit Kindern. Am Mittwoch, 28. Januar, soll zu diesem Thema in Pautzfeld eine Informationsveranstaltung stattfinden, an dem der zuständige Mitarbeiter des Landratsamtes und der Integrationsbeauftragte Forchheims und die Interessengruppe "Freund statt fremd" über das Thema sprechen wollen.

Wer sich dafür interessiere und sich überdies auch ehrenamtlich engagieren wolle, sei herzlich zu diesem Termin in das Gasthaus Schneider eingeladen, sagte Gunselmann.