von Günter Hoch

Die gesamte aktuelle Judoabteilung des VfB Forchheim fand sich in der geschmackvoll dekorierten Rathaushalle zusammen. Diesen eindrucksvollen äußeren Rahmen verdiente sich die 1963 gegründete Abteilung anlässlich ihrer 50-Jahr-Feier.

Die Abteilungsleiterin Irina Stäblein erklärte, dass das gerne als Randsportart eingeordnete, längst aber olympische Judo in Deutschland seit etwa 100 Jahren besteht. In Forchheim wurde die Judo-Abteilung vor eben 50 Jahren auf eine Initiative der zwei Forchheimer Polizisten Martin Greif, damals Vereinsvorsitzender, und Udo Dippmann hin gegründet.

Die Forchheimer Judoka machten sich weit über die Region hinaus in vielerlei Hinsicht einen guten Ruf: viele Einzelerfolge bis hin zu beachtlichen Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften, Aufstieg der Männermannschaften in die 2. Liga, große Einzel- und Mannschaftserfolge bei Mädchen und Frauen.

Kämpfer und Kampfrichter

Aber auch die Bereitstellung von bis zu acht Kampfrichtern von der Bezirksklasse bis zur Bundesliga sowie bei Deutschen Meisterschaften kann sich die Jubiläumsabteilung an ihre Fahnen heften. Fachübungsleiter, Prüfer sowie die Ausrichtung von kleineren und großen Turnieren wurden über die vielen Jahre hinweg immer gerne angenommen und schweißten die Judo-Familie eng zusammen.

Die Geselligkeit wird und wurde regelmäßig und originell gepflegt. Aktuell werden auch VHS-Kurse und "Raufen für Eltern und Kinder" angeboten. Aber der Spaß am Judo und am Sport allgemein ist den Verantwortlichen ein Hauptanliegen. In Zeiten rückläufiger Geburtenzahlen, gleichzeitig sich ständig erhöhender anderer Freizeitangebote und immer größerer schulischer und beruflicher Belastungen ist dies eine ganz große Herausforderung. Dem stellt sich die Abteilung.

Ganz besonderen Wert bringt der Judosport im erzieherischen Bereich: Denn auf Judo-Prinzipien wie "Siegen durch Nachgeben", Respekt vor Trainer und Gegner usw. wird großer Wert in jeder Trainingseinheit eingefordert und gelebt.

Ein ganz wichtiger Baustein der VfB-Judoabteilung war und ist die Partnerschaftspflege mit den beiden französischen Gemeinden Le Perreux und Biscarrosse. In den Sportaustauschbesuchen sind die Forchheimer Judoka seit Jahrzehnten in der Überzahl. Über dies alles freute sich das Stadtoberhaupt Franz Stumpf (CSU/WUO), auch in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender des VfB. Er drückte dies in seiner Lob- und Dankesrede deutlich aus.

Deswegen war es ihm auch nicht schwer gefallen, den Rathaussaal für den Festakt zur Verfügung zu stellen. Er übergab ein kleines Geschenk. Begleitet wurde er von Stadtrat Heinz Endres (FBF). Der Bayerische Judoverband ließ der Forchheimer Judoabteilung die Goldene Ehrenurkunde zukommen. Die Judoka beließen es nicht nur bei Worten, sondern ließen auch Taten folgen: Vorführungen der Kinder und Jugendlichen unter Anleitung ihrer Trainer ergänzten das Programm. Bilder aus den letzten Judo-Jahrzehnten, untermalt mit passender Musik, bereiteten allen viel Spaß und dokumentierten auf diese Weise das breite Spektrum des Forchheimer Judo-Geschehens.