Mitte Dezember letzten Jahres kam es zu einem Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum "Haus Martin Luther" der Diakonie Bamberg/Forchheim in Streitberg. Fast alle Bewohner und zahlreiche Mitarbeiter wurden damals nachweislich mit dem Virus Sars-Cov 2 infiziert. Bis Stand heute sind 29 Bewohner an oder mit der Viruskrankheit Covid-19 größtenteils in der Einrichtung selbst gestorben. "Eine sehr traurige Bilanz", wie Einrichtungsleiterin Alexandra Dauer auf Anfrage erklärt.

Momentan leben im Heim noch 47 Bewohner. 38 davon wurden inzwischen negativ auf das Virus getestet, neun weisen nach der aktuell durchgeführten Reihentestung noch einen positiven Befund aus. Zwei Mitarbeiterinnen, die noch positiv sind, befinden sich noch in häuslicher Quarantäne.

"Den Bewohnern geht es durchweg gut. Trotzdem sind noch viele Mitarbeiter zu Hause, die längerfristig erkrankt sind", sagt die Heimleiterin. Weil deshalb Mitarbeitermangel herrschte, wurde auch die Bundeswehr zu Hilfe gerufen. Zehn Bundeswehrsoldaten des Logistikbaillions 467 der Mainfrankenkaserne im unterfränkischen Volkach leisten seit kurz vor Weihnachten ihren Dienst im "Haus Martin Luther", um das hiesige Personal zu unterstützen.

Quelle der Ansteckung unbekannt

Eigentlich sollten die Soldaten nun am Montag feierlich verabschiedet werden. Auch Landrat Hermann Ulm (CSU) war dazu eingeladen, um ihnen auch im Namen des Landkreises Forchheim den Dank für ihren Einsatz auszusprechen.

Nach Bekanntwerden der am Sonntag nun zugestellten Ergebnisse der Reihentestung am Donnerstag letzter Woche musste dieser Termin nun aber abgesagt und verschoben werden, weil einer der Soldaten ein positives Testergebnis bekam. Wie und wo er sich angesteckt haben könnte, ist laut Dauer nicht bekannt. Nach ihren Informationen geht es ihm aber gut. Er ist inzwischen zu Hause in Quarantäne, wie auch ein weiterer Soldat, der allerdings negativ getestet wurde. Jedenfalls mussten nun alle Soldaten in Quarantäne. Die noch verbliebenen acht können aber noch bis nächste Woche im Haus weiterarbeiten.

"Weil fast alle Bewohner positiv waren, können sie auch nicht mehr angesteckt werden", sagt Dauer. Zudem seien die Soldaten, die noch im Einsatz sind, ja negativ getestet. Außerdem würden natürlich auch weiterhin die strengen Hygienemaßnahmen eingehalten.

Rund 30 Mitarbeiter geimpft

Der Leiter des Sozialdienstes der Diakonie, Ralf Hartmann, bezeichnet die Ergebnisse der neuesten Reihentestung dennoch als "gut". Denn aktuell gebe es nur noch acht schwach positive Bewohner und eine infektiöse Bewohnerin sowie zwei schwach positive Mitarbeiterinnen, sagt Hartmann. Alle anderen Ergebnisse seien erfreulicherweise negativ.

Am ersten Januar wurden laut Einrichtungsleiterin Alexandra Dauer drei Bewohner und rund 30 Mitarbeiter, die negativ getestet worden waren, gegen Corona geimpft. Positiv Getestete werden derzeit nicht geimpft. Der zweite Impftermin für die bereits Geimpften steht eigentlich noch im Laufe dieser Woche an. Einen konkreten Zeitpunkt dafür habe man aber noch nicht.

Das "Haus Martin Luther " steht weiterhin unter Quarantäne. Deshalb sind auch noch keine Besuche von Angehörigen möglich.