In dem Verfahren geht es um eine Antragsschrift um Sicherheitsverwahrung, da der junge Asylbewerber zum Tatzeitpunkt unter schweren Denkstörungen gelitten haben soll. Es wird von einer Schuldunfähigkeit ausgegangen. Er ist momentan im Bezirksklinilum Bayreuth untergebracht.

Den Messerstichen war ein verbaler Streit in einer Asylbewerberunterkunft in Forchheim voraus gegangen. Beide Brüder wurden während der Messerstecherei verletzt. Ein Sachverständiger ging jedoch davon aus, dass nur der Angeklagte zugestochen habe.

Sowohl der Angeklagte, als auch sein 23-jähriger Bruder wollten zur Tat nicht aussagen. Zwei Sachverständige und ein Polizist wurden bereits gehört. Damit sichergestellt ist, dass die Brüder dem Verfahren vollumfänglich folgen können, ist eine Dolmetscherin anwesend.

Nach einer ersten Unterbrechung wurde ein Forchheimer Polizeibeamter gehört. Er sagte, der Angeklagte und sein Bruder seien der Forchheimer Polizei bereits vorher bekannt gewesen. Auch der Auszug aus dem Bundeszentralregister bestätigte dies. Wegen mehren Diebstählen war der Angeklagte schon zu Geldstrafen verurteilt worden.

Gemeinsam mit seinem Bruder war er untergetaucht gewesen, bis der Vorfall in der Forchheimer Asylbewerberunterkunft bekannt wurde. Dort waren die beiden nicht gemeldet, sondern hatten wohl durch einen Landsmann Zutritt zur Unterkunft erhalten. Der aktuelle Status der Brüder: Ihre Asylanträge wurden eingestellt und werden ohne erneuten Antrag nicht wieder aufgenommen. Ihnen steht eine Abschiebung bevor.

Im Anschluss wurden zwei Gutachter gehört. Zum einen sprach ein Gutachter, der in der psychiatrischen Abteilung der JVA Würzburg die ersten Gespräche mit dem Angeklagten geführt hatte. Er verwies auf das Vernehmungsprotokoll nach der Tat, in dem ein roter Faden zu erkennen war: Der Angeklagte hielt sich für gut und wollte den Bruder von Satan befreien.

Der zweite Gutachter war der leitende Oberarzt des Bezirksklinikums Bayreuth, in dem der Angeklagte zur Zeit untergebracht ist. Er berichtete von zwei Vorfällen, die während einer Zeit stattfanden, in der der Angeklagte keine Medikamente nahm. Dabei kam es zu handgreiflichen Übergriffen gegen einen Mitpatienten. Infolgedessen wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Mittlerweile nimmt der Angeklagte wieder Medikamente. Eine gewisse Krankheitseinsicht sei vorhanden.

Die Verhandlung wurde erneut unterbrochen.

Nach einer langen Verhandlungspause wurde das Verfahren gegen den 22-jährigen Georgier im Hinblick auf eine Verurteilung durch das Amtsgericht Erlangen eingestellt. Nach Ende der Beweisaufnahme wurde entschieden, dass es sich bei der Tat "lediglich" um gefährliche Körperverletzung handle. Bei einer kommenden Verhandlung in Erlangen muss der 22-Jährige nun mit einer Gesamtstrafe für die Tat in Forchheim und die in Erlangen rechnen.


Den ausführlichen Gerichtsbericht finden Sie hier.