Hauptsache, keine Personen schwerer verletzt. In dieser Einschätzung waren sich die Einsatzkräfte und der Gemeindechef am Mittwochabend einig. Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU/Bürgerblock) hat sich selbst ein Bild von dem Dachstuhlbrand gemacht, der sich nur rund 100 Meter vom Gebäude der VG Gosberg entfernt in Richtung Wiesenthau ereignet hat. "Das hat gebrannt wie Zunder", erzählte der Politiker sichtlich betroffen.

Um 17.08 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Weil bei der Anfahrt noch die Rede davon war, dass sich noch eine Person in dem Wohnhaus in der Reuther Straße in Pinzberg befinden könnte, wurden weitere Einsatzkräfte und vor allem Atemschutzgeräteträger angefordert. "Als die Kollegen dann vor Ort waren, stand schon der komplette Dachstuhl in Vollbrand", berichtete Kreisfeuerwehr-Sprecher Florian Burkhardt.

Die Floriansjünger unter der Leitung von Kreisbrandmeister Ernst Messingschlager brachten das Feuer innerhalb kurzer Zeit unter Kontrolle, dass das Dach- und Obergeschoss komplett ausbrannten, konnten sie aber nicht verhindern. Der Rest des Hauses ist einsturzgefährdet. Wie sich schnell herausstellte, befanden sich allerdings keine Menschen mehr in dem Gebäude. Trotzdem mussten zwei verletzte Ersthelfer wegen einer leichten Rauchvergiftung versorgt werden. Auch die 78 Jahre alte Hausbewohnerin erlitt bei dem Brand eine leichte Rauchgasvergiftung und musste vom Rettungsdienst an der Einsatzstelle ambulant behandelt werden. Insgesamt sechs Bewohner sind ersten Angaben zufolge durch den Brand obdachlos geworden.

Die Polizei Forchheim vermutet die Schadenshöhe im sechstelligen Bereich. Neben dem komplett zerstörten Dach wurde auch der Keller durch das Löschwasser schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch unklar war die Ursache für den Brand. Hier hat die Kripo Bamberg die Ermittlungen aufgenommen.

Im Einsatz waren 120 Feuerwehrleute von den Wehren Gosberg, Pinzberg, Dobenreuth, Reuth, Kunreuth, Kersbach, Forchheim, Wiesenthau und Baiersdorf sowie weitere fünf Rettungskräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) und weitere 25 vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Die Ortsdurchfahrt in Richtung Wiesenthau/Kirchehrenbach war für rund drei Stunden gesperrt. Die Gosberger Feuerwehr war noch bis in die Nacht hinein vor Ort und hielt Brandwache.