Herbert Fiederling umfasst das Objekt wie ein rohes Ei. Überaus fragil scheint dem Sparkassendirektor, was der Museumsleiter Wilfried Auer da ausgesucht hat. Tatsächlich ist das zerbrechlich und zart wirkende Gebilde ein Wunschobjekt des Schlüsselfelder Museumsleiters. Dank der Kreissparkasse wird es nun in Auers Porzellansammlung einen Ehrenplatz erhalten.
Die Kreissparkasse Höchstadt bedachte das Stadtmuseum mit einer Spende in Höhe von 3000 Euro. Nicht zuletzt, weil sie vor wenigen Wochen neue Geschäftsräume in dem oberfränkischen Städtchen eröffnen konnte. Für Fiederling ein freudiger Anlass, den er mit einer Spende manifestieren wollte. "Wir wollten ein Projekt fördern, das dauerhaft positiv in Schlüsselfeld wirkt - ganz so wie die Sparkasse", sagte Fiederling bei der Übergabe. Da kam dem Vorstandsvorsitzenden die Sonderausstellung des Niederaltaicher Künstlers Gerhard Lutz wie gerufen. Auch er war fasziniert von den Kunstgebilden aus Porzellan.
So ein Exponat sei für die Dauer bestimmt, betonte Fiederling. "Gefangene Leere" titelt das Porzellankunstwerk, das nun im Museum für immer zeigen wird, was aus Ton und Erde so alles möglich ist. Der Künstler habe sich mit dieser Aufgabe dem Wort eines Bekannten gestellt: "Bring doch dem Porzellan das Fliegen bei", berichtete Museumsleiter Auer.
Gerhard Lutz stellt seine filigranen Gebilde, die er auch als "sphärische Objekte" bezeichnet, in zeitaufwändiger und komplizierter Technik mit bis zu vier Brennvorgängen her. Das Stadtmuseum, "eines unserer Kleinode" habe sich sehr auf die Schwerpunkte Natur und Porzellan verlegt, betonte Schlüsselfelds Bürgermeister Georg Zipfel (FW). Da passe das Stück gut hinein. Die Porzellanausstellung, die ihren Ursprung in einer ehemaligen Porzellanmanufaktur in Reichmannsdorf hat, werde damit um ein einzigartiges Kunst-Stück reicher. Auch für den von der Anschaffung übrigen Betrag hat Wilfried Auer gute Verwendung: "Ich brauche noch so einiges für das Museum", sagte er.