So wie vor zwei Jahren wird es auf den Kellern im Weihersbach nicht werden. Da hatten sich die Wirte entschlossen, auf der Bühne zwei Leinwände aufzubauen und das WM-Finale auf der Sommerkirchweih zu übertragen. Quasi als ein kleines Public Viewing. Zur Erinnerung: Deutschland wurde damals Weltmeister.

Diesmal begnügen sich die Festwirte mit der Übertragung des Spiels auf den eigenen Kellern. Bei Heike Kraus vom Ordnungsamt der Stadt sind dafür bereits mehrere schriftliche Anmeldungen eingetroffen. Vier Wirte möchten das Finale demnach den Besuchern ihrer Keller respektive Zelte ermöglichen. Bisher interessierten sich: Renate Maier (Ansbacher Tor Keller), Christine Odemer (TSH-Abteilung Handball, Glaß'n Keller) und Lothar Babler (TSH-Abteilung Basketball, Heller-Festzelt). Noch folgen dürfte Dominik Hager vom Heller-Keller, der das gestern bei einem Rundgang der Verantwortlichen auf dem Festgelände mündlich
kundtat.


Seitenblick auf heute Abend

Ob all die genannten Organisatoren den Aufwand dann tatsächlich auf sich nehmen, das wird man wohl erst am Sonntagabend sehen. Denn sollte Deutschland das heutige Halbfinale gegen Frankreich verlieren, dürfte sich auch das Interesse der Kirchweihbesucher in Grenzen halten, wird vermutet. Hager meinte gestern Vormittag: "Portugal gegen Frankreich muss ich mir nicht unbedingt anschauen." Das gleiche dürfte dann auch für einen Sieger Wales gelten.

Die Anlage, also Beamer und Leinwand, hat er noch von der WM eingelagert. Ein allzu großer Aufwand wäre das also nicht. Er würde auch nur eine einzige Leinwand aufstellen, für die Gäste, die gerade gemütlich hier sitzen und nicht nach Hause möchten, aber auch gleichzeitig nicht auf Fußball verzichten wollen. Aber mit einer großen Fußball-Euphorie rechnet er eher nicht, schon gar nicht auf der Kerwa. Endgültig entscheiden will sich Hager aber erst am Freitagmorgen.

Bis dahin möchte auch Heike Kraus warten, welche Anfrage dann noch aktuell ist. Es wird nämlich eine Gebühr von 30 Euro fällig, und zwar für die Verlängerung der Schankerlaubnis. Wer das Finale auf seinem Keller überträgt, darf nämlich bis zum Schlusspfiff ausschenken. Im längsten Fall sollte das erst nach dem Elfmeterschießen sein. Statt 22 Uhr ist das dann möglicherweise erst kurz vor Mitternacht - rechnen könnte sich das schon.
Wer sich entscheidet, auf eine Übertragung zu verzichten, braucht die Gebühr nicht zu bezahlen, muss aber das "normale" Sonntag-Abend-Ausschankende beachten.

Das Finale auf jeden Fall übertragen wird Renate Maier, die Wirtin am Ansbacher Tor. Ihr ist der Aufwand für eine kurzfristige Lösung zu groß, sagte sie. Immerhin hat man eine Vorrichtung angefertigt und braucht auch Satellitenempfang. Plakate und Flyer hat sie am Mittwoch auch schon drucken lassen.


Einzig der Sonntag

Am Aufstellen von Bildwänden auf der Bühne selbst hatten diesmal offenbar weder die Wirte noch die Stadt Interesse. Vor zwei Jahren habe die Übertragung auch nicht so geklappt wie erhofft, sagte Maier. Mit der kleinen Lösung auf den Kellern dürften nun alle zufrieden sein.

Zumal es heuer einen Konflikt zwischen Kirchweih und Fußball auch nicht wirklich gibt, wie der Leiter des Kulturamts im Rathaus, Helmut Biehler, feststellt. Einzig das Finale am Sonntag um 21 Uhr fällt in die Kirchweih. Also eine Stunde Überschneidung, denn sonntags ist ja ohnehin um 22 Uhr Schluss. Und da die Kerwa ja zwölf Tage geht, könne man das wohl verkraften.

Renate Maier rechnet mit einem starken Sonntag. Sie möchte die Gäste schon nach Gottesdienst, Frühschoppen, Mittagessen und Nachmittags-Blasmusik behalten und am Abend neu anlocken. Denn wenn auch hier das Finale angeschaut werden kann, sei das kein Grund, am Sonntagabend gar nicht erst auf die Kirchweih zu gehen.
Eine Ausschankverlängerung hatten übrigens auch die Lokale in der Innenstadt beantragen müssen, die auf ihren Freiflächen die Fußball-Europameisterschaft übertragen. Im Stadtgebiet gibt es demnach fünf weitere Alternativen, Fußball im Freien zu gucken. Ganz zu schweigen von der großen Public-Viewing-Fläche am Adidas-Outlet.