Seit Oktober läuft eine Aktion, die die Herzogenauracherin Rita Dankers ins Leben gerufen hatte und die von der Herzogenauracher Tafel gerne angenommen wurde. "Kauf eins mehr für die Tafel" lautet der Begriff. Dahinter steckt der Vorschlag, dass die Kunden im Kaufland-Markt bei ihrem Einkauf einfach ein Lebensmittel mehr kaufen und das dann in eine Box geben, die am Eingang aufgestellt ist. Diese wiederum wird von Mitarbeitern der Tafel zweimal in der Woche geleert.

Überrascht von der positiven Resonanz auf die Aktion zeigte sich Gerd Müller, der Leiter der Tafel. "Damit hätten wir nicht gerechnet", stellte er fest. Deshalb seien die ursprünglichen Plastikeimer auch gegen größere Drahtgeflechte ausgetauscht worden. Müller: "Wir sind den Spendern sehr dankbar, vor allem, weil auch die Zahl der Bedürftigen steigt."

Diesen Dank teilt auch Initiatorin Dankers. Zumal die Tafel ja auf diese Lebensmittelspenden der Bürger angewiesen ist. Doch die SPD-Politikerin hat auch noch etwas anders beobachtet, und das mag ihr gar nicht gefallen. So sei die Lebensmittelbox gewissermaßen als Mülleimer missbraucht worden.


Wohl von zu Hause mitgebracht

Rita Dankers berichtet: "Leider wurden vereinzelt Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, die wohl von zu Hause mitgebracht wurden, in den Spendenboxen abgelegt". Und weiter: "Bitte unterstützen Sie diese Aktion nur mit Lebensmitteln mit ausreichendem Haltbarkeitsdatum."

Verstehen mögen die Organisatoren eine solche Verhaltensweise nicht. "Entweder", so mutmaßt Müller, "suchte jemand eine problemlose Entsorgung ". Oder man wolle jemand damit ärgern. Fakt sei, dass solche Vorfälle wiederholt aufgetreten seien. "Wir könnten das auch unter den Tisch fallen lassen", sagt Müller. Aber angesichts der an sich sehr gut angenommen Aktion setzen die Organisatoren lieber auf den Appell an diejenigen, die den Gedanken der Lebensmittelspenden missverstanden haben.

Manchmal gebe es auch Anrufe bei der Tafel, sagte Müller. Wenn ein Haushalt aufgelöst wird, beispielsweise nach einem Todesfall. Auch da finden sich dann gelegentlich Lebensmittel, deren Haltbarkeit schon Jahre abgelaufen ist. Auch dann sage man den Leuten, dass man das nicht gebrauchen kann: "Das würden Sie ja auch nicht mehr essen!" Müller weiter "Was der Spender nicht mehr essen würde, ist auch den Bedürftigen nicht zuzumuten."