Die Vögel balzten, die Haselnussbüsche begannen schon, zu blühen und die ersten Krokusse sprossen aus dem Boden. Die milden Temperaturen machten sich in der Tier- und Pflanzenwelt bemerkbar. Doch nach dem Hauch von Frühling in den letzten Wochen kehrte schlagartig der Winter ein.

"Wir hatten ungewöhnlich hohe Temperaturen", meint Rudolf Meth. Der Außensprecher des Bayerischen Bauernverbandes erinnert sich an letztes Jahr, als die Temperaturen im Januar ähnlich hoch waren: "Nach dem vergleichsweise warmen Januar sind die Temperaturen im Februar stark gesunken. In unserer Region hat zwar eine schützende Schneedecke die Pflanzen isoliert, aber in anderen Bereichen Frankens hat der Temperatursturz das Aus bedeutet."

Das warme Wetter ließ die Pflanzen ihre Knospen öffnen, wodurch die Blüten nicht mehr vor Kälte geschützt wurden. Die darauf folgende Kaltfront im Februar ließ die Triebe etlicher Pflanzen erfrieren. Robert Ort hält deswegen das Wetter genau im Auge. Denn er fürchtete einen ähnlichen Ablauf wie im vergangenen Jahr.


Milde Temperaturen sind gefährlich

"Die starken Niederschläge und milden Temperaturen sind gerade für das Spätgesäte sehr gefährlich", weiß der Landwirt aus Dannberg, der schon vor zwei Jahren die Auswirkungen eines milden Winters mit viel Regen erlebt hat. "Damals sind 60 Prozent des Weizens kaputt gegangen."

Doch die Landwirte können jetzt zumindest kurz aufatmen. "Im Moment haben wir ja wieder Winter. Der viele Schnee bedeckt die Pflanzen, dadurch werden sie vor Frost geschützt und gut isoliert", sagt Rudolf Meth, der nach dem plötzlichen Temperatursturz vorerst Entwarnung für die landwirtschaftlichen Betriebe gibt.

Dennoch bleibt eine andere Gefahr für den Pflanzenbestand, falls das Wetter wieder umschlagen sollte. "Wenn es eine Zeit lang warm bleibt, können sich Krankheiten wie der Mehltau ausbreiten, die Bäume und Sträucher befallen."


Pflanzen können auch sterben

Die Pilzkrankheit schwächt die Pflanzen und führt zu einem geringeren Ertrag. Im schlimmsten Fall kann die betroffene Pflanze auch sterben", befürchtet Meth. Dennoch bleibt Landwirt Ort gelassen. Er glaubt, dass der Temperatursturz zur richtigen Zeit gekommen ist und hofft, dass das Wetter wieder zurück zur Norm finden wird. Man könne ja sowieso nicht mehr machen, als hoffen.

Doch nicht nur Flora leidet unter den milden Temperaturen: Haselnuss-Pollen fliegen viel früher als gewöhnlich umher. Die Leidenszeit für Allergiker fällt damit deutlich länger aus.