"Ziemlich gut gelaufen" ist die Krisensitzung der Herzogenauracher Ortsburschen am Montagabend. "Wir haben viel Zuspruch bekommen", sagte deren Sprecher Fabian Reimer. In der Heller-Braustube fanden sich auch einige Bürger ein sowie Kreisheimatpfleger Manfred Welker.

Das Ergebnis vorweg: Die Kirchweihburschen sind zuversichtlich, "dass es auch zum 25. Jubiläum einen Kerwasbaum in Herzogenaurach geben wird." Laut Reimer wurden einige Rahmenbedingungen für einen Vorschlag an die Stadt abgesteckt, "womit in unseren Augen eine gute Lösung für alle gefunden werden kann".
An der Besprechung nahm auch Versicherungsexperte Siegfried Reinhardt teil, der von Brauereichef und Sponsor Hans Heller zu Rate gezogen worden war. Er erinnerte daran, dass die Burschen beim Aufstellen bestimmte Auflagen erfüllen sollten. "Dann kann keiner haftbar gemacht werden", sagte Reinhardt für den Fall, dass dennoch etwas passiert. Den Ortsburschen stellte er durchaus Verantwortungsbewusstsein beispielsweise beim Umgang mit dem Material aus.

Reimer ergänzte, dass man schon schon seit Jahren auf Sicherheitsmängel im Weihersbach hinweise, "gerade was die abgesperrten Flächen und die Wohnwagen darauf angeht." Der Sprecher erläuterte gegenüber dem FT: "Für den unwahrscheinlichen Fall von Komplikationen muss man hier einfach mit den Schwalben wendig sein und genügend Platz haben, um reagieren zu können."


Haftungsfrage offen

Doch dieses Umfeld sei in den letzten Jahren immer schwieriger geworden und die Wohnwagen wurden größer und zahlreicher. Reinhardt schlug vor, dass die Schausteller doch etwas weiter weg parken könnten, dann könne man die Lage dort entzerren. Darauf setzt auch Reimer: "Die Stadt hat signalisiert, uns bei der Schaffung von sicheren Rahmenbedingungen zu unterstützen, so dass wir uns auf das Baumaufstellen konzentrieren können." Damit könne es funktionieren. Weiterhin offen sei aber die Haftungsfrage. Da seien weiterhin Punkte in Klärung, sagte Reimer.

Die Stadt hatte den Ortsburschen eine Liste mit mehreren Auflagen zukommen lassen. Diese waren vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgearbeitet worden. Beispielsweise wurde verlangt, dass der Baum nicht höher als 25 Meter sein sollte. Um den Aufstellort herum sollte ein Sicherheitsabstand gewährleistet sein. Der müsste laut Stadt mindestens der Länge des Baumes plus zwei Meter betragen. Dieser Bereich müsste abgesperrt werden. Auf der jetzigen Aufstellwiese würde das bedeuten, dass die Straße am oberen Rand und der Radweg unten nicht für Zuschauer genutzt werden könnten, merkte Reimer hierzu an.

Darüber hinaus müsse das Loch entsprechend tief sein, und das zum Aufstellen benötigte Gerät müsste in einem einwandfreien und geprüften technischen Zustand sein.

Und dann geht es noch um zwei weitere wichtige Eckpunkte. So wird gefordert: "Bei keiner der am Aufstellen des Baumes beteiligten Personen darf der im Blut befindliche Alkoholwert 0,5 Promille übersteigen." Und außerdem müsste von den Kirchweihburschen eine verantwortliche Personen namentlich genannt werden, die das Aufstellen koordiniert. Bei dieser Person gelte die Nullkommanull-Promille-Regel.

Für diesen Capo habe man schon ein paar Anfragen, sagte Reimer. Dennoch müsste die Haftungsfrage geklärt werden. Die Stadt hatte es ja abgelehnt, in Person des Bürgermeisters künftig die Verantwortung für das Baumaufstellen zu übernehmen und hatte das in einem Brief mitgeteilt. Dadurch kam der Stein ins Rollen.
Eine spezielle Maibaumversicherung, so informierte Reimer, würde die Stadt für die Burschen übernehmen. Auch stünden die Ämter unterstützend zur Verfügung.

Nicht nachvollziehbar ist für den Sprecher der Kirchweihburschen, dass in Moosbach bei Feucht nach dem tödlichen Unfall offenbar der Aufstellmeister und ein Kirchweihbursch wegen fahrlässiger Tötung angeklagt würden. "Ob das im Sinne der Brauchtumspflege in Bayern ist?"


Frist verlängert

Jetzt wollen die Kirchweiburschen einen Vorschlag an die Stadt ausarbeiten. "An den Kerwasburschen soll es nicht scheitern", sagte Reimer. Wobei die Frage, wer denn die Verantwortung übernehmen soll, letztlich noch offen sei. Die Frist für eine Entscheidung wurde vom 15. März um ein Monat verlängert. So lange wolle man aber nicht brauchen, sagte Reimer.