Die Förder- und Werbegemeinschaft Föwe ist derzeit dabei, sich neu auszurichten und wird baldmöglichst die im Jahr 2011 gegründete "Herzocity GmbH" wieder auflösen. Auch bei den Veranstaltungen und beim Magazin Schaufenster wird es Änderungen geben. Dies verkündeten Vorsitzender Heiko Dilger, Thomas Kotzer und Markus Burkhardt sowie Hedwig Röttger bei der Mitgliederversammlung in der Herzobar.

Der Verein will sparsamer wirtschaften und hat sich teils schon von externen Dienstleistern getrennt, auch der Mietvertrag des Büros ist bereits gekündigt, "Ich kenne keinen Verein mit 133 Mitgliedern, der sich eine Halbtagskraft, ein Büro und externe Dienstleister sowie einen Steuerberater und eine Buchführungsfirma leistet, das ist einfach nicht mehr finanzierbar", erklärte Dritter Vorsitzender Thomas Kotzer. Nicht nur aus diesem Grund soll es eine Neuausrichtung geben und der Verein soll nicht kleiner, sondern effektiver werden, erklärte Kotzer den 25 erschienen Mitgliedern.

Vorsitzender Heiko Dilger sprach von einem Jahr, in dem sich viel getan habe, einem Jahr, das allerdings die Vereinsführung und die aktiv helfenden Mitglieder an ihre Grenzen brachte. So soll mit dem Schaufenster auf Sicht gefahren werden, und bei niedrigeren Kosten sei auch die GmbH überflüssig, die aus Haftungsgründen gegründet worden war. Kotzer zufolge sieht die Planung nur noch zwei Ausgaben im Jahr vor, allerdings könnten weitere Magazine in Druck gegeben werden, wenn es die Situation erfordere oder genügend Inserenten eine zusätzliche Ausgabe ermöglichten. So soll das Magazin zu einem reinen Herzo-Heft werden und die Wertschöpfung in der Stadt bleiben. Davon waren allerdings nicht alle Mitglieder begeistert, Michael Welker (Betten Welker) etwa hält zwei Ausgaben im Jahr für zu wenig, dies erschwere die Jahresplanung der Mitglieder.


Kassenbericht fehlt noch

Den Vorwurf einer Gesundschrumpfung, wie er aus der Versammlung geäußert wurde, wies Kassier Markus Burkhardt zurück. Dessen Bericht stand ursprünglich ebenfalls auf der Tagesordnung, werde aber noch bearbeitet und könne erst zu Anfang des Jahres in einer weiteren Versammlung behandelt werden. Dies stieß bei Welker auf Kritik. "Warum sitzen wir dann hier, wie wollt Ihr ohne Kassenbericht eine Jahresplanung beschließen, können wir uns überhaupt Veranstaltungen leisten?", fragte er etwas aufgebracht und stellte die Frage nach der Liquidität des Vereins. Der Verein sei liquide und kann seinen Verpflichtungen nachkommen, versicherte Burkhardt.

Trotz des fehlenden Kassenberichtes müssten die Veranstaltungen beschlossen werden, forderte der Vorsitzende und kündigte an, aus Gründen der Arbeitsbelastung den Weihnachtsmarkt und den Lebenden Adventskalender künftig von der Stadt ausrichten zu lassen. Bürgermeister German Hacker und Bettina Geier-Hildel vom Amt für Stadtmarketing und Kultur stimmten dem zu und der Bürgermeister wies darauf hin, dass damit auch der damit verbundene Zuschuss der Stadt wegfalle. Dies würde auch auf weitere Veranstaltungen zutreffen, die nicht mehr von der Föwe ausgerichtet werden. So waren auch die Meinungen zum Mittelalterfest geteilt, insbesondere wurde der Vorwurf laut, dass in den letzten Jahren der Kommerz immer mehr zugenommen habe.
Gleichwohl: Die erfolgreichen Veranstaltungen sollen alle wieder stattfinden, so auch das Mittelalterfest, die Weiße Nacht und auch der Martini-Ritt. Die Vereinsführung kann sich auch vorstellen, im Herbst zur Fertigstellung der Straße "An der Schütt" eine Art Oktoberfest zu veranstalten.


"Oft steh' ich allein im Geschäft"

Mit der Ankündigung von Dilger, dass der Geschäftströdel während der Fahrradmesse nicht mehr stattfinden werde, waren auch nicht alle einverstanden, denn der Tag brachte auch Kunden in die Geschäfte. Ursula Dorweiler vom gleichnamigen Reformhaus sowie Helga Speth von der Goldschmiede empfahlen den Kollegen, auch bei Veranstaltungen in der Stadt eigene Aktionen durchzuführen.

Auch über die manchmal "tote Stadt", insbesondere am Samstagnachmittag, oder die mangelnde Frequentierung der Läden bei Veranstaltungen wurde gesprochen, auch hier gab es unterschiedliche Meinungen. "Oft steh' ich bei Veranstaltungen wie dem Mittelalterfest am Samstagnachmittag so ab 14 Uhr allein im Geschäft, aber ich halt durch, denn nach zwei Stunden kommen die Leute wieder", erzählt Ursula Dorweiler.

So kam auch der Wunsch auf, an den vier Adventssonntagen die Geschäfte mindestens bis 16 Uhr geöffnet zu lassen, "das kann aber nur funktionieren, wenn alle mitmachen", erklärte Helge Speth dazu.