Aus Katrins Hand tropft Blut - viel Blut. Der Holztisch ist voller roter Punkte, neben der Stichsäge liegt ihr abgetrennter Zeigefinger. Ein Unfall im Werkunterricht der Höchstadter Realschule. Nein, es ist kein richtiger Unfall, sondern nur eine Simulation an einer Station des Schulsanitätswettbewerbs. An zehn Stationen testen die Schulsanitäter von sieben mittelfränkischen Schulen, wie fit sie sind. Die Höchstadter Schulsanis haben den Wettbewerb im letzten Jahr gewonnen, in diesem Jahr waren sie deshalb für die Ausrichtung zuständig.

Pro Station bewertet ein Sanitäter vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Erlangen-Höchstadt die Gruppen und vergibt ihnen Punkte. Andre Seifert, ehrenamtlicher Sanitäter beim BRK, war bis vor einem Jahr selbst Schulsani an der Höchstadter Realschule. Er weiß was für den Beruf wichtig ist: "Man muss mit Menschen umgehen können. Und Kraft braucht man, um die Patienten zu tragen."


"Kluft zwischen Leben und Tod"

Die Höchstadter Schulsanis leiten die unterschiedlichen Stationen und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Luisa Arold und Eva Dorsch sind an der siebten Station eingesetzt. An der müssen die Teilnehmer für eine ohnmächtige Lehrkraft Erste Hilfe leisten. Seit zwei Jahren sind die Zehntklässlerinnen Schulsanitäter. Ab und zu werden sie wegen eines Ohnmachtanfalls alarmiert. Schlimmeres hätten sie aber noch nicht versorgen müssen. Am meisten Respekt hätten sie vor einer Reanimation: "Das ist so eine Kluft zwischen Leben und Tod", gibt Dorsch zu Bedenken.

Um Schulsani zu werden, können die Schüler ab der achten Klasse einen Erste-Hilfe-Schein machen. Wenn sie möchten, können sie später noch mit einer Grundausbildung und einer Fachausbildung nachlegen. Klaus Keller vom BRK, zuständig für die Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen, sagt: "Es ist wichtig, dass ein Erste-Hilfe-Kurs alle zwei Jahre aufgefrischt wird." Und das nicht nur für Schulsanitäter.

Lehrerin Elisabeth Kröger hat zusammen mit ihrem Kollegen Frank Lehmann den Wettbewerb organisiert. Seit acht Jahren gibt es den Schulsanitätswettbewerb, mit den Jahren seien auch die Standards gewachsen. "Unsere Schule ist super professionell ausgestattet", sagt sie. Unfälle seien zum Glück eher selten. Das liegt auch an der guten Arbeit der Schulsanitäter. Die machen auf Gefahren aufmerksam, bevor es überhaupt zu einem Unfall komme. "Jetzt haben die Kinder ein Gefühl für Gefahren bekommen."