Schnee, Frost und Minustemperaturen haben den Landkreis im Griff. Winter eben. Wenn man nicht gerade rodeln geht, fläzt man sich gerne mal mit einem Buch aufs Sofa und heizt die Bude kuschelig warm. Oder aber man arbeitet von zu Hause aus, sitzt den ganzen Tag am Computer und braucht den bollernden Ofen deshalb wärmer als sonst. Und plötzlich passiert es: Man kriegt durch puren Zufall mit, dass im Rauchrohr Funken fliegen, ruft die Feuerwehr und bekommt die Diagnose: Kaminbrand - aber Glück gehabt, noch rechtzeitig entdeckt. Bei so einem Vorfall am Wochenende in Aisch zuckten bereits Funken aus dem Schornstein (der FT berichtete).

Winter ist auch Kaminbrandzeit, weiß Ria Lober, Ehefrau, Sekretärin und rechte Hand des Höchstadter Bezirksschornsteinfegers Hannes Lober. "In der Regel liegt das an der fehlerhaften Handhabung einer Feuerstätte durch den Betreiber." Beispielsweise wird der Feuerraum vollgeschichtet und wenn es schön brennt, die Luftzufuhr gedrosselt. Das gibt eine halbwegs konstante Wärme und spart Energie. "Aber wenn es nur so schwelt, entsteht viel Ruß, der sich innen im Kamin anhaftet." Solche Anhaftungen können sich entzünden - gerade, wenn während einer Kälteperiode dann mehr eingeheizt wird.

Ofen sollte zum Raum passen

Gleiches geschieht laut Roland Leistner, ebenfalls Bezirksschornsteinfeger und im Kehrbezirk Höchstadt unterwegs, in der Übergangszeit: Es wird ein wenig geheizt, aber nicht so richtig, das Holz rußt vor sich hin, der Kamin verdreckt. Hinzu kommen vielleicht qualitativ schlechte Brennstoffe - oder gar Dinge, die gar nicht in einen Ofen gehören, wie Plastik oder Windeln. "Alles schon erlebt", so Leistner.

Ein weiteres Problem sei, dass Feuerstätten von der Dimension her oft nicht zu den Räumen passen. "Wenn der Ofen mehr Wärme abgibt, als man braucht, kommt es wieder zur Drosselung, was wieder zu schlechter Verbrennung führt." Diesen Zusammenhang sollte man auch im Hinterkopf haben, wenn man an der Gebäudehülle etwas verändert: Neue Fenster, bessere Dämmung und so weiter. "Da kommt kaum jemand auf die Idee, den Kaminkehrer zu Rate zu ziehen", so Ria Lober. Viele Leute wüssten auch von dieser Diskrepanz. "Aber eine Ofensanierung oder gar der Einbau eines passenden Ofens ist eben nicht ganz billig", erklärt Leistner. Das würden viele scheuen.

Günstiger, aber auch schon wirkungsvoll sei, "einfach mal auf den Schlotfeger zu hören", meint Lober halb tadelnd, halb lachend. Denn bei jeder Feuerstättenschau - zwei in sieben Jahren sind vorgeschrieben - und jeder Kehrung werden Betreiber auf Ablagerungen oder mögliches falsches Verhalten hingewiesen.

Faktoren minimieren

Trotzdem passieren Kaminbrände immer wieder. "Man ist auch nicht ganz davor gefeit", sagt Lober. Dennoch könne man die Faktoren, die für ein Unglück zusammenspielen müssen, minimieren.

Beispiel Brennstoff: Bei einem Holzofen ist gespaltenes, abgelagertes Holz ideal. Die Scheitgröße sollte zum Ofen passen. Vorsicht: Auch bei Pellets schwankt die Qualität.

Beispiel Wartung: Wenn der Kaminkehrer schon Glanzruß - also Ablagerungen - entdeckt hat, ihn lieber einmal mehr bestellen, um der Verschmutzungen Herr zu werden. Eine Kehrung kostet zwischen 30 und 50 Euro, "das sollte einem die eigene Sicherheit schon Wert sein", findet Lober.

Oft hilft auch ein Blick in die Bedienungsanleitung: "Wer sich an die Herstellerangaben hält, macht schon viel richtig", so Leistner.

Wer unsicher ist, könne sich zudem immer an den Kaminkehrer oder Ofenbauer seines Vertrauens wenden. Auch der Kundendienst des Herstellers könne ein guter Ansprechpartner sein. "Keiner kann etwas dazu, wenn er unbewusst etwas falsch macht. Aber man kann sich informieren", so Lober. Roland Leistner weist dazu auch auf die Fülle von Informationsbroschüren zum Thema "Richtig heizen mit Holz" hin, die man beispielsweise über das Bayerische Landesamt für Umwelt bekommen kann. Und man dürfe eben nicht zu bequem sein, am eigenen Verhalten auch etwas zu ändern, wenn Fehler festgestellt werden. Immerhin: Laut Leistner gehen die Menschen heute weit sachgemäßer mit ihren Öfen um, als früher.

Christbaum ist nicht ursächlich

Und übrigens: In der Regel ist ein unsachgemäß verschürter Weihnachtsbaum kein Grund für einen Kaminbrand. Die hohen Temperaturen, die bei dem dürren Holz jedoch entstehen, können bestehende Ablagerungen entzünden. Es ist also wie mit den überflüssigen Pfunden: Wer zwischen Neujahr und Weihnachten schlampert, hat zwischen Weihnachten und Neujahr im Zweifelsfall das Nachsehen.