Im Sommer hatte es den Peru-Experten Hans Meister wieder in die Partnerregionen der Pfarrei St. Magdalena gezogen. Der frühere Entwicklungshelfer informierte sich vor Ort in Tembladera, Bambamarca und Apalín Alto. Kürzlich erstattete er beim Förderkreis Cajamarca einen Bericht darüber. Und auch beim Filmabend am Mittwoch mit Josef Röhrle in der Musikschule stellte er die Projekte kurz vor.

In Tembladera traf Meister auf Padre Segundo. Obwohl der vor drei Jahren eine lebensgefährliche Herzoperation überstand und nur noch sehr eingeschränkt arbeitsfähig ist, schont er sich nicht, berichtet der Herzogenauracher. Der Padre sei den ganzen Tag am Arbeiten und besonders besorgt um die Alten und Kranken, die er zum Schwerpunkt seiner Pastoral macht.

Eine Frauengruppe, die Genossenschaft "Santa Magdalena", produziert seit rund 15 Jahren bunte Applikationen (Aprilleras) in Form von Taschen, Stoffbüchern, Rucksäcken, Kopfkissen und mehr. Ihre Waren vermarkten sie auf Messen, Ausstellungen und teilweise über den Transfair-Handel; vor drei Jahren gingen 500 Stoffbücher in die Schweiz. Ihr großes Anliegen: Das Dach ihres Gebäudes (80 Quadratmeter) ist oben offen. Eine Treppe führt hinauf, weil sie unter dem Dach ihr Lager einrichten wollen. Im Gegensatz zu früher regnet es seit etwa drei Jahren bedingt durch den Klimawandel regelmäßig in Tembladera und das Wasser dringt ein.

Die Frauen brauchen etwa 7900 Euro, um den Lagerraum mit dem Dach fertig zu bauen. Wenn es fertig ist, wollen sie ihre Produktion erweitern, Nähmaschinen anschaffen und auch Kleider nähen, wie zum Beispiel Schuluniformen oder Arbeitskleidung. Zurzeit führen sie Praktikanten aus der Sekundarschule in ihre Arbeitstechniken ein. Inzwischen gab's Geld aus Herzogenaurach hierfür: Der Sozialausschuss der katholischen Pfarrei St. Magdalena hat 1000 und der Katholische Frauenbund 500 Euro gespendet, berichtet Meister.

Mitreißender Vortrag

In Bambamarca nahm der Besucher aus Herzogenaurach an einem Fortbildungstag mit rund 80 Campesinos teil, nebst seinen Begleitern Angelika und Ambros Hauser. Padre Victorino Guerra hielt "in seiner mitreißenden Art den Einführungsvortrag zu zentralen Aussagen des Christentums, die in Arbeitsgruppen reflektiert wurden auf ihre Bedeutung für das politische Leben in Bambamarca", berichtet Meister. Auch referierte ein Mitarbeiter der Schulbehörde zur Situation der Erziehung in der Provinz. In den Arbeitsgruppen wurde die Realität der Erziehung in den Landgemeinden analysiert.

Bei der Besichtigung des Zentrums der Asociación José Dammert Bellido fielen den Gästen gute Baufortschritte auf: Treppengelände wurden angebracht, vier Klassenzimmer ausgebaut, zwei PC-Räume installiert, ein medizinisches Labor eingerichtet, die Hygiene wesentlich verbessert. Da zukünftig die Technikerschule aufgewertet werden soll als "Höheres Technologisches Institut", sind weitere vier Klassenzimmer erforderlich, die man aus noch im Rohbau befindlichen Räumen gestalten kann. Das kostet 13 200 Euro.

Inzwischen hat "Charity Cat" von Puma dafür 9000 Euro gespendet. Somit habe der Förderkreis mit weiteren eigenen Mitteln im Oktober die erforderliche Gesamtsumme nach Bambamarca überweisen können, bilanziert der Vorsitzende des Förderkreises.

Ein weiteres Problem gebe es für die Klinik: Es fehlen ein Operationssaal für kleine Eingriffe und ein Übernachtungsraum für transportunfähige Patienten. Im Umkreis von 120 Kilometern, also bis Cajamarca, gibt es keine solchen Räume. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 40 000 Euro. Sinnvoll wären diese Einrichtungen laut Meister schon wegen der weiten Entfernungen zur Klinik.

Spendensuche

Da könnte auch die arme Landbevölkerung, die keine Krankenversicherung hat, großenteils kostenlos versorgt werden. Da der Förderkreis aber keine 40 000 Euro aufbringen kann, will sich der Förderkreis nach öffentlichen Spenden für dieses Projekt umsehen.

Ein Besuch in der Gemeinde Tuco Alto überzeugte von den Erfolgen der Aufforstung. Neben Pinienwäldern wurden auch Kaffeestauden und vielerlei Obstbäume gepflanzt. Insgesamt entstanden durch diese Aufforstungsaktion in den vergangenen sechs Jahren über 500 Hektar Wald, also 600 000 Bäume. Jeder Baum, der gefällt wird, muss ersetzt werden.

Großer Empfang in der Schule

Carlos Arana, der Rektor der Primarschule in Apalín Alto, bereitete dem Trio aus Deutschland einen Riesenempfang, berichtet Hans Meister weiter. Zuvor sei man die Trinkwasseranlage (Quellfassung, Wasserspeicher, Rohrleitungen) und die "von uns angeregte und finanzierte Tröpfchenbewässerung" abgelaufen. Man habe sich überzeugt, dass alles bestens funktioniert. Carlos hielt eine Rückschau auf 25 Jahre Zusammenarbeit mit Herzogenaurach. Der Bürgermeister fragte nach, ob es möglich wäre, einen Kindergarten mit drei Räumen zu finanzieren. Meister verneinte das aber und verwies auf die jetzige Lösung: Der Kindergarten sei gut in den Räumen der Schule untergebracht. Da Apalíns Zukunft durch den Goldabbau gefährdet ist, wandern zahlreiche Jugendliche ab, was sich im Rückgang der Schülerzahlen deutlich spiegelt.