Es gibt kein Aus für das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt, obwohl das zuständige Bundesministerium es abgelehnt hat, das Projekt ins Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II aufzunehmen.

"Man kann sich darüber streiten, dass der Bund immer was anstößt und sich nach einer gewissen Zeit zurückzieht und die Verantwortung auf die Kommunen abwälzt", erklärte Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) im Gemeinderat. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, dass der Markt Weisendorf dem Projekt über die nächsten drei Jahre einen jährlichen Zuschuss von 10.000 Euro gewährt.

Nach dem Rückzug des Bundes hat nun der Evangelische Kirchenverein Weisendorf-Rezelsdorf eine Finanzierungslücke. Deshalb beantragte Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt für den Kirchenverein eine Förderung.
Die ermittelten Ausgaben des MGH betragen laut Finanzplan rund 34 000 Euro im Jahr. Nach dem Finanzierungsplan entfallen auf den Markt Weisendorf zwei Drittel der Kosten und ein Drittel trägt der Kirchenverein.
Die Fraktionssprecher im Gemeinderat lobten die hervorragende Arbeit des MGH und dankten sowohl den Mitarbeitern als auch Pfarrer Lechner-Schmidt.


Bürgermeister verärgert


Grünen-Sprecherin Christian Kolbet sprach sich zwar auch für eine weitere Förderung aus, konnte sich aber einen Seitenhieb nicht verkneifen.

"Das kommt davon, wenn man eine schwarze Sozialministerin hat", unterbrach Kolbet das Statement von Karl-Heinz Hertlein (CSU). Worauf Hertlein konterte: "Ich habe kein Problem mit einer schwarzen Sozialministerin. Und ich mag es mir gar nicht vorstellen, wenn sie eine Grüne wäre."

Norbert Maier von den Grünen warf dem Bürgermeister indirekt vor, sich zu wenig für eine weitere Unterstützung durch den Bund eingesetzt zu haben. Dagegen verwahrte sich Tritthart. Er war mit dem Pfarrer mehrmals bei Veranstaltungen der Mehrgenerationenhäuser und beide waren auch Berlin, zudem wurde Bundestagsabgeordneter Stefan Müller (CSU) um Hilfe gebeten.

Alle Anstrengungen und Bemühung seien umsonst gewesen: Es gab eine Absage. Den Bürgermeister ärgert zwar, dass Weisendorf aus der Förderung herausfiel; aber noch mehr stört ihn, dass die Frage nach dem "Warum" unbeantwortet blieb.

Im Haushalt 2013 und 2014 sollen jeweils 22.700 Euro für das MGH eingestellt werden. Walter Ferbar (BWG), der im MGH ehrenamtlich tätig ist, teilte noch mit, dass sich ein "Förderverein-Mehrgenerationenhaus" in Gründung befinde.