Christiane Kolbet erklärte: "Fazit nach sechs Jahren CSU-Herrschaft: unkontrolliertes und unreflektiertes Wachstum, ein Bauboom, der aber nicht zu einer wachsenden Bevölkerung führt, im Gegenteil, die Einwohnerzahl ist leicht rückläufig. Baugrundstücke wurden nicht an Familien, sondern an Investoren veräußert. Weisendorf wächst an Fläche, aber nicht an Köpfen", kritisierte die Sprecherin. Dabei werde der Ortskern nach dem Motto "außen hui und innen pfui" vernachlässigt.

Kritik an "Klientel-Politik"

Außerdem bemängelte Christiane Kolbet wie schon des Öfteren im Gemeinderat die mangelnde Transparenz und die fehlende Bürgerbeteiligung des bisherigen Bürgermeisters Alexander Tritthart (CSU). Es sei viel Klientel-Politik betrieben, dagegen für junge Familien sowie Kinder und Jugendliche zu wenig getan worden.
Der Markt Weisendorf könne auf seine maroden und heruntergekommenen Spielplätze nicht gerade stolz sein. Anträge der Grünen im Gemeinderat zu diesen und weiteren Themen seien meist abgelehnt worden oder wären bei der Mehrheitsfraktion wieder aufgetaucht und als deren eigene Erfindungen dargestellt worden. Die Wähler hätten die sechsjährige Rathauspolitik in der Weise honoriert, dass die CSU deutlich verloren habe und ihr Bürgermeisterkandidat mit Pauken und Trompeten durchgefallen sei. "Wenn man schon vor der Stichwahl verkündet, mit wem man nach dem Wahlsieg nicht redet", dann sei das Ergebnis wohl in Ordnung.
"Unser Wahlziel, einen grünen Bürgermeister zu stellen, und einen dritten Sitz im Gemeinderat haben wir nicht erreicht. Dennoch: Wir haben im Vergleich zu 2008 noch einmal zugelegt um rund einen Prozentpunkt. Wir sind ganz und gar nicht in der Versenkung verschwunden, wie es uns manche Leute prophezeit haben, sondern wir liegen klar vor der Volkspartei SPD. Wir werden ab jetzt auch in allen Ausschüssen vertreten sein", erklärte die Sprecherin.

Gemeinsamkeiten mit Süß

Von dem neuen Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) erhoffen sie die Grünen mehr Transparenz und Offenheit. So habe der neue Bürgermeister sein erstes Versprechen, im Falle der Wahl mit allen im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen zu reden, bereits eingelöst. Und Kolbet sieht bei einer Reihe von Themen durchaus Gemeinsamkeiten, allerdings nicht bei einer weiteren Ausweisung von Gewerbe- und Baugebieten.