Kaum erschlossen, ist das Baugebiet Heidweihergraben im Osten von Weisendorf nahezu komplett vermarktet. Der Bauausschuss behandelte in seiner Sitzung am Dienstag allein sechs Bauanträge , die das Gebiet betrafen, und am Vortag hatte Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein ( CSU ) den Gemeinderat informiert, dass am Heidweihergraben weitere neun Grundstücke verkauft wurden. Mit Beginn des Frühjahrs wird dort eine rege Bautätigkeit einsetzen.

Für den Neubau von zwei Einfamilienwohnhäusern mit Carport sowie einer Doppelgarage am Heidweihergraben wurde ein Genehmigungsfreistellungsverfahren beantragt. Für etliche weitere Neubauten wurden Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes beantragt, unter anderem wegen Überschreitungen der Baugrenzen und der zulässigen Wandhöhen oder wegen Abweichungen von der vorgesehenen Dachneigung und anderem mehr.

Ärger über Extrawünsche

Die Anträge auf die beantragten und schließlich auch genehmigten Befreiungen führten zu einer langen und teils emotionalen Diskussion im Ausschuss. Schon bei vorangegangenen Sitzungen kritisierten Hans Kreiner ( CSU ) und Günther Vogel (BWG-FW) die beantragten Befreiungen. "Jeder Planer müsste eigentlich einen Bebauungsplan lesen können und dann dementsprechend planen."

Im Ortsteil Buch an der Dorfstraße sollen eine Garage und die Scheunen abgebrochen werden. Da die Gebäude nicht freistehend sind, ist eine Beseitigungsanzeige erfolgt. Der Bau- und Umweltausschuss nahm den Abbruch zur Kenntnis.

Am Mitteldorfer Weg ist der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelcarport, Geräteraum und Stellplatz geplant. Für das Bauvorhaben werden alle Festsetzungen des Bebauungsplanes eingehalten, daher erfolgte eine Freistellung vom Genehmigungsverfahren.

Am Brunnäcker Weg der Gemarkung Großenseebach ist der Neubau eines Einfamilienhauses als Winkelbungalow geplant. Das Grundstück ist im Flächennutzungsplan als Dorfgebiet dargestellt, ein Bebauungsplan existiert nicht.

Anschluss an die Wasserleitung

Am Dengler Weg im Ortsteil Buch ist der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage geplant. Das bisher unbebaute Hinterliegergrundstück soll mit einem Wohngebäude bebaut werden. Zu dem Bauantrag wurde das gemeindliche Einvernehmen unter folgender Bedingung erteilt: Zur Sicherung der Erschließung müssen die erforderlichen Dienstbarkeiten für Geh- und Fahrtrecht sowie Leitungsrechte im Grundbuch eingetragen werden. Zur Sicherstellung der Erschließung an die öffentliche Wasserleitung muss mit dem Markt Weisendorf eine schriftliche Kostenvereinbarung abgeschlossen werden.

Haus mit zwei Vollgeschossen

Auch ein Antrag auf Vorbescheid über den Neubau eines Doppelhauses im Ortsteil Kairlindach lag dem Gremium vor. Die Antragsteller wollten wissen, ob die geplanten Gebäude nach Art und Maß der baulichen Nutzung, insbesondere die zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss, genehmigungsfähig sind. Zu jeder Doppelhaushälfte sollen zwei Garagen gebaut werden. Der Bau- und Umweltausschuss erteilte zu dem Antrag auf Vorbescheid das gemeindliche Einvernehmen unter folgender Bedingung: Vor Baubeginn muss für den Ausbau der Verlängerung der Zufahrt (Grunderwerb und Befestigung) mit dem Markt Weisendorf eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden.

Pferdehalter in Kairlindach baut aus

Ein weiterer Antrag auf Vorbescheid betraf ein Grundstück im Ortsteil Kairlindach. Die Pferdehaltung auf dem Grundstück soll fortgesetzt werden. Daneben sollen zwei kleine Behandlungsbereiche für tierärztliche Tätigkeit (Pferde und Kleintiere) eingerichtet werden. Laut Antragsteller ist es nur gelegentlich erforderlich, die Tiere stationär zu behandeln, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sei nicht zu erwarten.

Der bestehende Carportanbau soll für den Kleintierbereich geschlossen werden und ein Schleppdach (mit PV-Anlage) zur ordnungsgemäßen Unterbringung von Betriebsmitteln angebaut werden. Der vorhandene Longierzirkel mit 20 Metern Durchmesser soll in eine Bewegungsfläche von 20 x 40 Metern umgestaltet werden. Für den Eingriff sollen alte Obstbaumsorten in den Grundstücksecken und als Schattenspender auf der Koppelfläche gepflanzt werden. Der südliche Teil des Grundstückes bis zu rund einem Drittel des Nebengebäudes ist im geltenden Flächennutzungsplan als Dorfgebiet dargestellt, ein Bebauungsplan existiert nicht. Der Bau- und Umweltausschuss erteilte sein Einvernehmen zur Fortführung des Pferdebetriebs und der Nutzungserweiterung Tierarzt-Tätigkeiten für Pferde und Kleintiere.