"Das schaut ja nach einem regelrechten Bauboom aus", meinten einige Ausschussmitglieder angesichts der gestapelten Planmappen.

Allein für das Baugebiet "Geisgrün" erteilte der Bauausschuss für sechs Doppelhaushälften und ein Einfamilienwohnhauses das gemeindliche Einvernehmen. So darf Bernd Rudolf ein Einfamilienhaus mit Nebenfirst und Kniestock bauen, und einer geringen Überschreitung der Baugrenzen wurde bei Rudolf ebenso zugestimmt wie bei den sechs Doppelhaushälften.

Für eine lebhafte Diskussion sorgte der Bauantrag von Alfred Herbig zur Errichtung eines Carports in der Schillerstraße. Das Carport war gebaut worden, obwohl der Bauausschuss im März des vergangenen Jahres das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt hatte. Das Landratsamt hält das nicht erteilte Einvernehmen für rechtswidrig und fordert die Gemeinde auf, dem Antrag zuzustimmen. "Ich bleibe bei meiner Ablehnung", erklärte der Bürgermeister. Die Ausschussmitglieder bezeichneten die Argumente des Landratsamtes als Wortklauberei, und Karl-Heinz Hertlein (CSU) versteht die Welt nicht mehr. "Da lässt sich jemand Befreiungen erteilen und baut dann völlig anders, so wird doch eine Genehmigungsbehörde an der Nase herumgeführt", erklärte Hertlein. Damit würde Schwarzbauten Tür und Tor geöffnet, weil nach Meinung des Landratsamtes dem Antragsteller ein Rückbau nicht zuzumuten wäre. Der Antrag wurde gegen eine Stimme erneut abgelehnt.

Joachim Dentler und Martin Steiner hatten einen geänderten Bauantrag eingereicht. Bereits 2012 hatte sich der Bau- und Umweltausschuss ausführlich mit dem Vorhaben befasst und erteilte für die geplanten vier Doppelhaushälften an der Schlesiertrasse das gemeindliche Einvernehmen. Nun wollen die Antragsteller statt der ursprünglich geplanten Doppelhaushälften ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten errichten. "Der Bebauungsplan sieht an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus vor", erklärte Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU), nachdem es als zu wuchtig kritisiert worden war. Dem Bauantrag und den notwendigen Befreiungen wurde mit acht gegen eine Stimme das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Gegen das Bauvorhaben von Anke Höfner aus Lüneburg, den Neubau eines Einfamilienwohnhauses an der Flurstraße, wehren sich einige Nachbarn und haben eine Klage eingereicht. Der Antrag auf Vorbescheid war bereits im Juli 2013 positiv entschieden worden, und auch das Landratsamt hatte die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit festgestellt. Einige Nachbarn haben die Baupläne auch schon unterschrieben, einige wollen aber nicht unterschreiben, weil sie grundsätzlich gegen eine Hinterlieger-Bebauung des ursprünglichen Baugrundstückes sind. Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig für den Bauantrag aus, schließlich werde damit die geforderte Nachverdichtung erreicht. "Die Antragstellerin muss jetzt das Ergebnis der Klage gegen den Freistaat Bayern abwarten, nachdem sich das Landratsamt grundsätzlich für eine Bebauung aussprach", erklärte der Bürgermeister dazu.

Grünes Licht bekam hingegen Klaus Körner für sein Vorhaben, in Buch ein Zweifamilienhaus zu bauen. Körner muss die Kosten der Umbauarbeiten für die notwendige Grundstückszufahrt übernehmen. Ebenfalls die Zustimmung des Ausschusses bekamen Jürgen und Thomas Neudecker zu Umbau und Erweiterung eines Zweifamilienhauses zu einem Dreifamilienwohnhauses am Meisterweg sowie Norbert Fleischer, der in Kairlindach ein Wohnhaus errichten möchte.