Matthias Düthorn will es wissen. Es mag durchaus Themen geben, bei denen die CSU von der SPD und deren Bürgermeister German Hacker nicht weit entfernt ist. Aber nicht so bei der Innenstadt: Da hat der Bürgermeisterkandidat der CSU seine eigenen Ansichten, die sich mit den bisherigen Plänen der Stadt offenbar nicht vereinbaren lassen. Düthorn drängt, wie CSU-Fraktionschef Bernhard Schwab auch, auf ein gemeinsames Konzept für alle großen Vorhaben in der gesamten Innenstadt: "Flickwerk hat Herzogenaurach nicht verdient, wir brauchen ein Gesamtkonzept!"

Im Pressegespräch äußerte sich der 39-Jährige zu einem Dauerbrenner, der die nächsten Jahre die Aufgaben der Stadt mit prägen wird. "Die Problematik Innenstadt", so bezeichnet es Düthorn, habe schon bestanden, als Hans Lang Bürgermeister und der damalige Hammerbacher Düthorn noch Stadtrat war.
Seit dem politischen Machtwechsel zu Hacker hätten sich für Herzogenaurach keine positive Entwicklung und keinerlei neuen Impulse ergeben, sagt er.

Unverständlich ist für ihn der hohe Leerstand im Stadtkern. Die Innenstadt werde nicht mehr als Einkaufsstandort genutzt, und der Bereich um Hintere Gasse, Engelgasse, Steggasse, Mühlgasse und auch Hauptstraße sei weitgehend "einzelhandelsfreie Zone". Düthorn: "Warum kauft die Stadt nicht Immobilien, bevor sie verfallen und das Stadtbild zerstören?" Und warum bemüht sie sich nicht um eine geeignete Nutzung?"

Und da verweist Düthorn auf eine Kritik, die schon der CSU- Fraktionsvorsitzende Bernhard Schwab geäußert hat (siehe FT vom 16. November: "Vereinshaus nur Teil des Ganzen"). Man dürfe nicht in Stückwerk verfallen und verschiedene Flächen einzeln und unabhängig voneinander betrachten und verplanen.

Kritischer Zustand der Innenstadt

Düthorn formuliert es so: "Ich sehe die Thematik Innenstadt wesentlich globaler als der amtierende Bürgermeister. Ich sehe hier keine Einzelprojekte wie den Hubmannparkplatz, sondern den gesamten Innenstadtbereich." Schwab ergänzt das mit seinen Worten: "Ein Bedarfsplan fehlt. Es gehört in Harmonie miteinander." Konkret bedeutet das für die CSU: Die Zukunft des Rathauses ist vom Hubmannparkplatz abhängig. Und Beide hängen auch mit dem Vereinshaus zusammen.

Für den Bürgermeisterkandidaten dürfe es auf keinen Fall passieren, dass jetzt Flächen zugebaut werden, ohne dass man einen "Masterplan" erstellt hat. Und dazu seien ihm die Gespräche mit den Beteiligten wichtig, auch wenn das Zeit in Anspruch nimmt. Düthorn: "Wir wollen keine voreiligen Lösungen, keine Hau-Ruck-Beschlüsse." Und: "Ich muss wissen, was ich haben will. Erst dann kann ich es umsetzen."

Das aber setze ein Miteinander mit dem Einzelhandel voraus. Man müsse mit den "Handelnden" ins Gespräch kommen, fordert der Politiker. "Wir müssen dafür sorgen, dass der Handel die Rahmenbedingungen erhält die er benötigt, um überleben zu können." Für Düthorn ist der Zustand der Innenstadt kritisch.

Er nimmt deshalb auch Stellung zum Vereinshaus und Rathaus. Bei der Diskussion um das Vereinshaus sehe er "die Chance für etwas ganz Neues". Eine neue Halle könne sich auch an einem anderen Standort befinden. Sie müsse attraktiv und einladend für die Bürger sein. Auch verdeutlicht Düthorn, dass eine Nachfrage nach Sporthallen besteht. Düthorn vermisst Möglichkeiten für Badminton oder Squash. Aber auch Veranstaltungen und Tagungen sollen ermöglicht werden. Des Weiteren solle die Halle von Vereinen zu einem erschwinglichen Preis genutzt werden können.

Wichtig ist für den CSU-Kandidaten, dass über Größe und Standort einer solchen Halle in einem offenen Verfahren unter Einbeziehung der Bevölkerung und der Vereine diskutiert werden müsse. Und was die Erneuerun g des Rathauses angeht, so hat Düthorn ebenfalls eine klare Meinung: "Ich bin nicht für eine Sanierung, sondern für einen Neubau. Der gesamte Bereich nördlich der Innenstadt muss einladender gestaltet werden."