Bei der Sitzung des Planungsausschusses informierten Bürgermeister German Hacker (SPD) und die Leiterin des Planungsamtes, Anja Wettstein, zum Projektstand der Umfahrung des Ortteiles Niederndorf. "Wir, aber auch die beteiligten Büros waren in den letzten Monaten nicht untätig", erklärte der Bürgermeister. So sei das Raumordnungsverfahren vorbereitet und eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erstellt worden.

"Für den Bau der Südumgehung wird von der Regierung von Mittelfranken aufgrund der Gesetzeslage von einer erheblichen Raumbedeutsamkeit des Vorhabens ausgegangen", erklärte Wettstein zum derzeitigen Planungsstand. Sollte heißen: Die Behörde hält ein Raumordnungsverfahren für erforderlich.

Dazu war die Erstellung einer UVS erforderlich. Im Laufe des vergangenen Jahres mussten aufbauend auf den vorhandenen Kartierungen einige Nachkartierungen durchgeführt werden. Damit wurde die ANUVA Stadt- und Umweltplanung GbR aus Nürnberg beauftragt. Neben einer Biotop- und Nutzungskartierung wurden noch Kartierungen zum Artenschutz durchgeführt: Brutvogelkartierung, Kartierung Fledermäuse, Kartierung Amphibien/Reptilien/Baumhöhlen und Biotopbäume sowie Kartierung einzelner Tagfalterarten (Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling), Nachtfalter, Heuschrecken und Libellen.

Das Ergebnis wird sowohl dem Ausschuss als auch den Stadträten sowie der Öffentlichkeit im März vorgestellt werden. Wobei der Bürgermeister darauf hinwies, dass noch keine Festlegung der Trasse erfolgt sei und diese erst im nächsten Verfahren (Raumordnungsverfahren) in die Planung aufgenommen wird. Kurt Zollhöfer (CSU) wunderte sich etwas über die Größe des Untersuchungsgebietes. Außerdem sagte er, man werde doch überall auf Tiere und Pflanzen treffen. "Das ist sicher kompliziert und die Klassiker der Umgehungsstraßen werden auch bei ns stattfinden", begründete Hacker die Größe des untersuchten Gebietes. So werde nichts verschwiegen und alle Ergebnisse sollen veröffentlicht werden und mit diesem Umgriff sei die Stadt auf der sicheren Seite. Auf dieser Grundlage werden dann die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranken entsprechend eingereicht, und das Verfahren nimmt seinen Lauf.

Löschteich in Zweifelsheim

Bei der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses im Januar wurden zum naturnahen Ausbau des Löschteiches im Ortsteil Zweifelsheim zwei Varianten vorgestellt. Die Räte fassten aber keinen Beschluss, da die Kosten noch nicht bekannt waren. Bekanntlich wird der Teich für den Brandschutz nicht mehr benötigt und soll ökologisch aufgewertet und umgestaltet werden. Die Variante 1 sieht einen naturnahen Teich vor. Die vorhandenen Nadelbäume werden gerodet, der Beton wird an den Böschungen entfernt und der Gewässerboden mit einem Ton-Sand-Gemisch aufgefüllt. Zudem ist eine Modellierung der Uferböschung vorgesehen, in die Wurzelstöcke eingebaut werden. Für diese Variante rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von rund 17.000 Euro. Bei der zweiten Variante fallen ebenfalls die Baumaßnahmen an, allerdings entsteht kein naturnaher Teich, sondern rund drei Viertel der Fläche würde mit Schilfröhricht bepflanzt und würde nur rund 10.500 Euro kosten.

Allerdings wird von der Verwaltung die Variante 1 favorisiert und Monika Preinl konnte das auch begründen. So sei die Umgestaltung in einem naturnahen Teich in der Herstellung zwar kostenintensiver als die Entwicklung eines Schilfröhrichts, da die Uferböschungen mehr Bodenmaterial und höhere Arbeitsleistung erforderten. Die Variante 1 sei allerdings in der nachfolgenden Pflege kostengünstiger; denn ein großflächiges Schilfröhricht erfordere auch regelmäßige Entlandungsmaßnahmen. Der Lebensraum Weiher (Variante 1) weise durch die unterschiedlichen Gewässer- und Pflanzzonen eine höhere Arten- und Strukturvielfalt auf und sei damit ökologisch wertvoller als ein homogenes Schilfröhricht, plädierte Preinl für die zweite Variante.

Die Umweltbeauftragte befürchtet zudem, dass beim Schilfröhricht die Durchströmung sehr gering sei und damit wahrscheinlich Brutplätze von Mücken geschaffen würden. Dies wolle man den Anliegern nicht zumuten.
Bernhard Schwab (CSU) fragte: "Warum kann man den Weiher nicht einfach der Natur überlassen?" Preinls Antwort lautete: "Dann würde der Teich zuwachsen, mit der Zeit verlanden und wäre als ökologischer Ausgleich wertlos." Auch einem Hinweis, die Feuerwehr könne ihre Kasse mit einer Karpfenzucht aufbessern, erteilte Preinl eine Absage. Denn mit einer Bewirtschaftung verliere der Weiher ebenfalls seine ökologische Funktion.
Der Ausschuss stimmte dann ohne weitere Diskussion der Variante 1 und damit dem Verwaltungsvorschlag zu.

Bebauungsplan "Haundorf"

Die vierte Änderung des Bebauungsplans Nr. 1 "Haundorf" für eine kleine Wohngebietserweiterung ist in trockenen Tüchern. Der Planungs- und Umweltausschuss nahm die Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zur Kenntnis, aus der öffentlichen Auslegung ging keine Stellungnahme ein. Sowohl die Hinweise des Luftamtes wegen möglicher Beeinträchtigungen durch den Flugbetrieb als auch des Wasserwirtschaftsamtes machen keine Änderungen des Bebauungsplanes notwendig. Der Planungs- und Umweltausschuss hat sich mit den Stellungnahmen in seiner Sitzung im November 2014 befasst und im gebilligten Bebauungsplan berücksichtigt und hält an den damaligen Beschlüssen fest. Nach dem Vortrag des Bürgermeisters wurde die vierte Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 "Haundorf" als Satzung beschlossen.