Dem Gedanken "Wir sind dabei" entsprechend brachte das Theaterensemble der VR-Bank Uffenheim-Neustadt mit "Wallfahrt ins Sporthotel" von Beate Irmisch einen unterhaltsamen Dreiakter auf die Bühne.

Seit exakt 70 Jahren stehen Mitarbeiter der Genossenschaftsbank nun schon auf der Bühne - und zwar ehrenamtlich und für einen guten Zweck. Vertreten im Ensemble sind alle Hierarchien des Personals: Vom Auszubildenden bis hin zum Vorstandsmitglied. In der nahezu voll besetzen Schulturnhalle konnten Regionaldirektorin Gerlinde Eichhorn und Vorstand Klaus Gimperlein auch die Bürgermeister aus Aurachtal und Oberreichenbach begrüßen.

In seiner Ansprache ging Gimperlein, er stand später als Pfarrer Gottlieb auf der Bühne, auf die Veränderungen der Bankenlandschaft ein. So führten sowohl Niedrigzinsen als auch ein verändertes Kundenverhalten zu manchen Problemen. So müssten Kleinstfilialen, wie zum Beispiel in Oberreichenbach, geschlossen werden. Dazu trage auch die digitalisierte Gesellschaft bei, schließlich können dadurch Bankgeschäfte von zuhause und unterwegs getätigt werden.

Gimperlein stimmte die Besucher auf das bevorstehende Stück ein. Das Ensemble studierte und probte das Stück in der Freizeit ein, stellt die Kostüme selbst zusammen, kümmert sich um das Bühnenbild und steht an fünf Wochenenden bei 15 Vorführungen auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

In dem Stück geht es um ein verschlafenes Nest, das überall in Mittelfranken sein könnte. Die Jugend will in die Stadt, weil die Arbeitsstellen im Ort rar sind. Dem Gemeinderat stellt sich somit die Mammutaufgabe, Arbeitsstellen zu schaffen und den Tourismus anzukurbeln.

Doch vor einigen Jahren hat man aus Eigennutz eine Backwarenfabrik und sogar ein Sporthotel abgelehnt. Selbiges Hotel, das jetzt in der Nachbargemeinde steht, feiert nun Eröffnung und es werden Fitness und Wellness großgeschrieben. Das zieht die Männerwelt natürlich magisch an, von der dazugehörigen Weiblichkeit wird es freilich argwöhnisch beäugt.


Reichlich Szenenapplaus

Für genügend Aufregung, Wirbel und Trubel war somit auf der Bühne gesorgt, und das Publikum übte sich im Lachen am laufenden Band und gab reichlich Szenenapplaus. Denn wann bekommt man schon einmal "nackte Tatsachen im heiligen Wallfahrtsort" in einem Extrablatt serviert oder einen Gastwirt und den Bürgermeister spielte, mit heruntergelassen Hosen zu sehen?

Ach wie gern würde man sich doch die Sensation im Nachbarort anschauen - wenn es die Ehefrauen nur erlauben würden. In seinem Vorhaben bestärkt wird der Bürgermeister und Dorfwirt sowie Großmaul Otto Geiermann (Werner Schmidt) von den Gemeinderäten, dem Bäckermeister Willi Mehlwurn (Michael Flory), dem Landwirt Karl Korn (Friedrich Göß) und dem Dorfschullehrer Justus Kümmerling (Markus Haag). Für die Ehefrauen und insbesondere für Justine Kümmerling (Manja Feilner), die überaus fromme Ehefrau des Dorflehrers ist das neue Unternehmen jedoch etwas Verwerfliches, weil die Männer dort bestimmt vom tugendhaften Weg abkommen werden. Besonders um ihren Mann fürchtet sie. Dieser tut bei seiner Frau zwar sehr fromm, ist aber in Wirklichkeit ein großer Schlawiner.

Schließlich lockt das mit Angeboten wie gemischte Sauna, Thai-Massagen und Ähnlichem.

Um das Misstrauen der Bäckersgattin Henriette Mehlwurm (Monika Wießner) und der Wirtin Selma Geiermann (Marion Hebert) zu umgehen, nutzen sie die Wallfahrt als Alibi. Da die Frauen jedoch bereits misstrauisch geworden sind, schicken sie den Bäckergesellen Manni Schmittchen (Moritz Baureiß) und die Kellnerin Helmi Glückauf (Franziska Frank) als Aufpasser hinterher. Die dann auch prompt den kirchlichen Bußgang vorzeitig verlassen und im Sporthotel eine muntere Fete steigen lassen.

Das hat Folgen, denn am anderen Morgen vermisst der Bäckermeister seine Unterhose, der Lehrer seinen Geldbeutel und der Bürgermeister etliche Stunden Gedächtnis. Hinzu kommen saftige Gardinenpredigten, in die sich auch der Pastor Gottlieb (Klaus Gimberlein) mit einschaltet. Da sich am Ende aber Unterhose, Geldbeutel und die Herzen aller wieder ein- und zusammenfinden, steht dem glücklichen Happy End nichts im Wege.