Liebhabern von Burgern oder fränkischen Bratwürsten könnte Marc Lindner bereits ein Begriff sein: Seit drei Jahren betreibt er am Gewerbering Richtung Medbacher Kreisel seinen fränkischen Imbiss. Seine Kunden sind nicht nur die Angestellten und Arbeiter der umliegenden Firmen. Auch aus der Innenstadt fahren sie zum Teil extra zur Mittagspause zu ihm.

Nun wagt er einen Schritt, der gerade in diesen Zeiten nicht unbedingt logisch erscheint: Er übernimmt die ASV-Sportgaststätte. "Wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich das nie mehr", begründet der 45-Jährige seinen Mut in schwierigen Zeiten. Und bereits am Dienstag geht es los: Ab 17 Uhr kann man Essen zum Abholen bestellen.

Pächter ging nach 15 Jahren

Seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres war bekannt, dass der ASV seinen langjährigen Gastwirt ziehen lassen muss. Der griechische Pächter hatte seine Gäste 15 Jahre lang verwöhnt, zog aus privaten Gründen jedoch aus Höchstadt weg. Der Pachtvertrag lief Ende 2020 aus. Der ASV, der diesen Verlust laut dem Vorsitzenden Dave Hofmann sehr bedauerte, war auf der Suche nach einem neuen Pächter - und das mitten im Lockdown. Trotzdem meldeten sich einige Interessenten. Die Wahl fiel auf den ortsansässigen Selbstständigen, der nun bereits wenige Tage nach dem Auszug des bisherigen Pächters die Pforten der Sportgaststätte wieder öffnet. "Wir sind überzeugt, mit Marc den richtigen Pächter gefunden zu haben", so Hofmann.

"Ich freue mich sehr, dass mir der ASV die Möglichkeit gegeben hat, schon bald die Mitglieder und auch alle anderen Besucher kulinarisch verwöhnen zu dürfen", erklärt Marc Lindner voller Tatendrang. Der gelernte Kaufmann ist seit über 30 Jahren in der Gastronomie tätig - teils haupt-, teils nebenberuflich, aber immer mit Herzblut. "Das ist das, was ich eigentlich immer machen wollte."

Elternzeit als Findungsphase

Die 20-monatige Elternzeit, die er für seinen jüngsten Sohn nahm, war daher auch eine Art Findungsphase. Er war zu der Zeit als Vertriebler tätig, da er in seinem Traumberuf nie so richtig Fuß fassen konnte. "Ich habe von DJ über Barkeeper bis Beikoch alles gemacht - aber immer nur Zeitverträge waren auf Dauer keine Perspektive. Ich hatte keinen Bock mehr auf diese Rumschubserei, wollte aber trotzdem das machen, was mir Spaß macht." Also wagte er 2018 mit dem Imbiss den Schritt in die Selbstständigkeit.

Für Lindner nach wie vor die richtige Entscheidung: Alles lief top, er versorgte nicht nur seine Kunden an der festen Imbissbude, sondern war auch auf vielen Festen und Veranstaltungen vor Ort - bis Corona kam. "Das war ein katastrophaler Einschnitt."

"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Für ihn ist der Weg hin zu einem weiteren, stationären Standbein, daher alles andere als unlogisch in diesen Zeiten: "Der Imbiss allein, ohne Veranstaltungen, reicht auf Dauer nicht zum Leben." Und niemand weiß, wann es wieder Veranstaltungen geben wird, die er beschicken kann. So hat Lindner nun zusätzlich zumindest das To-go-Geschäft - und in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft auch Gäste in der Gaststube.

Der Ruf der ASV-Gaststätte war gut unter dem vorigen Pächter und auch Lindner will Qualität bieten. Zwar ist er weder gelernter Koch noch Gastronom, kann aber auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. "Schon als Kind habe ich meinem Vater in der Küche geholfen - er war passionierter Jäger und hat bei uns meistens gekocht. Und mal ehrlich: So ein Imbiss würde sich keine drei Jahre halten, wenn es nicht schmecken würde." Wenn es mit der Gaststätte richtig losgeht, will er auch Personal einstellen. Vorerst stemmt er den Mitnahme-Betrieb mit seiner Lebensgefährtin und einer Küchenhilfe. Das Kochen, das er sich über all die Jahre selbst beigebracht hat, will er sich vorerst nicht nehmen lassen. Sein Angebot reicht von "Bratwöschd", Schnitzel, Salat und Currywurst bis hin zum fränkischen Sonntagsbraten wie "Schäuferla" oder Roulade. "Kein Schicki-Micki. Rustikal, bodenständig, deutsch-fränkisch mit eingebürgerten Klassikern wie Burger oder Pizza", erklärt der neue Sportgaststätten-Chef.

Öffnungszeiten

ASV-Sportgaststätte Dienstag bis Donnerstag 17 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag 17 bis 23 Uhr, Sonntag 11 bis 22 Uhr (aktuell aufgrund der Schließung durch die Pandemie immer nur bis 21 Uhr). Montag Ruhetag.

Kontakt Die Speisekarte ist auf der Homepage www.asv-hoechstadt.de sowie auf Facebook unter "ASVSportgaststätte" zu finden. Bestellt werden kann telefonisch oder per Whatsapp an 0176/84699797