Rund 400 Ruhebänke stehen im Gebiet der Stadt Herzogenaurach. Die einen schlicht und günstig, die anderen modern und teuer. Mal mit, mal ohne Rückenlehne. Armlehnen hingegen gibt es bei den öffentlichen Bänken bislang nicht. Das soll sich jetzt ändern, denn auf Wunsch des Seniorenbeirats hat Bürgermeister German Hacker angeordnet, ein paar Bänke in der Würzburger Straße nachzurüsten.

Gerade in der Nähe von Seniorenheimen sollte man neue Modelle ausprobieren, war in einer Beiratssitzung kürzlich angeregt worden. Es lag ein Schreiben vor, in dem die "flachen Bänke ohne jegliche Lehnen" kritisiert wurden, weil da alte Menschen nicht mehr hochkämen. Von den Politikern war das aufgegriffen worden. "Wir werden alle älter", meinte die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel und sprach sich dafür aus, künftig prinzipiell Bänke mit Lehnen zu kaufen.

Diese Forderung teilte der Bürgermeister allerdings nicht. "Da sitzen auch junge Menschen", sagte er und sprach sich für eine gute Mischung aus. Armlehnen können außerdem auch störend sein. Und auch Helga Lang hatte eine Anregung. Die Rückenlehnen der Bänke draußen in der Flur sollten doch steiler gestaltet sein. Das würde älteren Menschen das Aufstehen erleichtern, meinte die Seniorenbeirätin.

Der Stadtbauhof wird diesem Wunsch nachkommen, sagte dessen Leiter Johann Zinner. Bei neuen Eigenkonstruktionen sollen die Rückenlehnen steiler gemacht werden. 20 bis 30 Bänke werden bei der Stadt jährlich selbst gefertigt, erläutert Zinner. Dazu kommen dann die Reparaturen. Alle drei bis vier Jahre werden die Bänke auf das Gelände des Baubetriebshofes geschafft und runderneuert. "Das ist die Winterarbeit für die Schreiner, wenn kein Winterdienst anfällt", sagt der Bauhofchef. So kann auch die Haltbarkeit der Bänke verlängert werden. Manche stehen laut Zinner schon länger als 20 Jahre draußen.

Regelmäßig steht er bei Fremdmodellen im Kontakt mit Handelsvertretern. Zurzeit werde ein neues Modell angepriesen, dessen Holz (norwegische Kiefer) 15 Jahre haltbar sei, ohne nachbehandelt zu werden. Diese Bank wird jetzt getestet. Das macht die Stadt übrigens drei Jahre lang mit allem Fremdmobiliar. Dann könne man sehen, ob ein Modell auch geeignet sei.

Im Lauf der Jahre sind viele verschiedene Typen von Bänken zusammengekommen. Ein Einheitsmodell anzuschaffen, wäre auch gar nicht machbar, erläutert Gerhard Merkel, Leiter des städtischen Bauamts. "Bänke in einer Kommune, die alle gleich ausschauen, gibt es nicht."


Keine Vereinheitlichung

Man sei schon bemüht, zusammenhängende Flächen mit der gleichen Bank auszustatten, aber im Lauf der Jahre wechseln die Modelle und Hersteller. Und für eine Bank, die sich in das neue moderne Baugebiet der Herzo Base einfügt, wäre die historische Hauptstraße beispielsweise die falsche Adresse, meint Merkel. "Eine solche Designerbank passt auch nicht überall hin." Da werden Form und Aussehen mit der Umgebung abgestimmt. Die Entscheidung treffen dann die Stadträte. Eine Vereinheitlichung aller Bänke im Stadtgebiet stünde eher im Widerspruch zu solchen Planungen.

Armlehnen haben aber auch die neuen Designerbänke auf der Herzo Base nicht. Immerhin sollen ein paar Bänke in der Innenstadt nachgerüstet werden. Da handelt es sich um ein Modell namens Siardo 400 der Firma Benkert aus Königsberg in Unterfranken. Ein Trend hin zur Armlehne sei nicht zu erkennen, sagt Firmenchef Jochen Benkert. In der Nähe von Seniorenheimen werde das aber schon öfter mal nachgefragt.

Grundsätzlich seien die Möglichkeiten zahlreich. "Jeder hat sein eigenes Sitzgefühl", sagt Benkert. Das hänge von der Körpergröße und dem persönlichen Wohlbefinden ab. So gebe es auch Senioren, die gar keine Armlehne wollen. Und weiter: "Wir haben auch ganz viele Hockerbänke. Die haben nicht mal eine Rückenlehne." Wichtig ist, dass Bänke möglichst für alle bequem sein sollen. Für die meisten Menschen sei eine Sitzhöhe von 47 Zentimetern angenehm.