Ende November 2010 fasste der Stadtrat den Beschluss zum Verkauf, frühestens Ende Mai oder im Juni 2011 wird das Gremium über einen neuen Besitzer befinden können. Das Seel- und Siechhaus am Kirchenplatz, eines der ältesten Gebäude der Stadt, soll in private Hände gegeben werden. Inzwischen haben sich vier Bewerber gemeldet, die Interesse an dem Häuschen haben. Der Kulturausschuss diskutiert derzeit in zwei Sitzungen nichtöffentlich über die vorgelegten Konzepte.
Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) auf Anfrage des FT bestätigte, haben vier Privatleute ihr Interesse an dem Erwerb respektive der Nutzung des Fachwerkhauses angemeldet. Sie kommen sowohl von außerhalb als auch aus der Stadt selbst. Mehr wollte das Stadtoberhaupt über die Bewerber nicht verraten, da über die weitere Vorgehensweise hinter verschlossenen Türen beraten wird.
Im November hatte der Stadtrat ebenfalls nichtöffentlich beschlossen, das Gebäude, dessen Ursprünge auf das Jahr 1488 zurückgehen, in private Hände zu geben. Gesucht wurde in erster Linie ein Käufer. Bedingung: Das Haus muss saniert und genutzt werden. Dabei hielt und hält man sich ergebnisoffen. Sowohl eine Wohnnutzung als auch etwas anderes seien denkbar, sagte Hacker schon im November; beispielsweise ein kleines Hotel oder vielleicht ein Laden.
Unter den jetzt vorgelegten Konzepten seien auch verschiedene Modelle. Es müsse sich auch nicht zwingend um einen Verkauf handeln. Denkbar wäre beispielsweise ein langjähriger Vertrag mit einem Investor, ähnlich wie beim Alten Rathaus am Marktplatz, so Hacker.
Das Seel- und Siechhaus ist eines der ältesten denkmalgeschützen Gebäude in Herzogenaurach. Es ist im Besitz der städtischen Stiftung und "ein bedeutendes Haus", wie es Hacker formulierte. Das Häuslein mit einer Grundstücksfläche von 144 Quadratmetern hat am Kirchenplatz eine exponierte Lage. Es liegt gegenüber der Kirche auf einer Linie mit dem ehemaligen Mädchenschulhaus und der Marienkapelle.

Innen ist das Haus marode


Zuletzt diente das Haus als Wohnraum, zum Teil für Obdachlose. Seit Jahren aber steht das Gebäude leer, das sich den Betrachtern mit zwei Gesichtern präsentiert. Außen ist es sehr schmuck, da die Fachwerkfassade erst vor acht Jahren restauriert wurde. Innen jedoch ist es marode und muss teilweise durch Stützen unterfangen werden. Deshalb ist dringender Sanierungsbedarf gegeben.