Der Torbogenplatz mit dem restaurierten Eingangsportal der früheren Herzo Base bekam Besuch aus der USA. Eine Gruppe ehemals in Herzogenaurach stationierter US-Army-Soldaten stattete der Stadt Herzogenaurach und natürlich auch der Herzo Base einen Besuch ab. Die ehemaligen Soldaten begaben sich mit Bürgermeister German Hacker (SPD) auf eine Stadtrundfahrt, besuchten unter anderem auch das Stadtmuseum, in dem eine Reihe von Exponaten der damaligen Zeit ausgestellt ist. Bei der Stadtrundfahrt mit dem Bürgermeister blieb den amerikanischen Gästen natürlich der Wandel, den die Stadt in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, nicht verborgen. Denn gerade im Norden der Stadt hat sich sehr viel verändert, und die Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Abstecher in die Vergangenheit

Zum Besichtigungsprogramm gehörte natürlich auch ein Abstecher in ihre Armeevergangenheit, zum
ehemaligen Kasernengelände, der heutigen World of Sports. Während ihrer Dienstzeit in Herzogenaurach fuhren oder schritten die ehemaligen Soldaten täglich durch das Tor, das zuletzt die Aufschrift "Herzo Artillery Base" trug und nach deren Abzug eingelagert wurde.
Zur Erinnerung an die frühere Nutzung der 114 Hektar großen Herzo Base wurde im Wohngebiet westlich des Grünzugs ein Ort der Information, der sogenannte Torbogenplatz, angelegt. Blickfang dieses Platzes ist der Torbogen, der als Eingang zur früheren US-Kaserne diente. Dieses Schild war auch gleich das Ziel von Kameralinsen und Handys, und vor allem die Informationstafel mit der Geschichte der Herzo Base stand im Mittelpunkt. Es gab beifälliges Nicken, "very nicely done" sowie "very beautiful" war immer wieder zu vernehmen, und die Fotoapparate klickten. Schließlich sind die letzten Jahre in Herzogenaurach bei den ehemaligen US-Soldaten noch in bester Erinnerung. Haben doch die amerikanischen Truppen bis zu ihrem Abzug das Stadtleben Herzogenaurachs entscheidend geprägt und mitgestaltet.


Eine wichtige Abhörstation

Informationsstelen machen die wechselnde Nutzung des Militärstützpunkts nachvollziehbar. Spaziergänger können sich auf fünf anschaulichen Text- und Bildtafeln über die Geschichte des Militärgeländes informieren, die mit den Kriegsvorbereitungen des NS-Staats begonnen hatte. Die deutsche Luftwaffe hatte ab 1934 auf dem landwirtschaftlich genutzten Gelände an der Straße nach Haundorf einen zunächst als zivilen Notlandeplatz getarnten Fliegerhorst errichten lassen, den das US-Militär bei Kriegsende übernahm und zur wichtigsten Funk- und Abhörstation der amerikanischen Landstreitkräfte in Mitteleuropa ausbaute. Mehr als zwanzig Jahre blieb die US Army Security Agency auf der Militärstation, die in einer letzten Phase zwischen 1972 und 1992 amerikanischen Artillerieeinheiten als Stützpunkt diente.