In Nürnberg sollte vor dem Landgericht der dritten Strafkammer der Prozess gegen zwei Frauen und vier Männer beginnen. Unter ihnen auch Christian Pech (SPD), stellvertretender Landrat von Erlangen-Höchstadt. Aber es kam nicht einmal zur Verlesung der Anklageschrift. Jetzt soll es am Dienstag, 2. April, weitergehen.

Der Geschäftsführerin einer Nürnberger Firma und den weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, beim Import von Solarmodulen aus China über 21 Millionen Euro Antidumping- und Ausgleichszölle hinterzogen zu haben.

Einer der sechs Angeklagten konnte jedoch an der gestrigen Verhandlung nicht teilnehmen. Seine Verteidigerin hatte an die Richterin eine E-Mail mit Attest und Diagnose verschickt und bat darum, diese nicht öffentlich vorzulesen. Jedoch erklärte sie, dass ihr Mandant sich in der Nacht zum Sonntag einer Notoperation unterziehen musste.

Nachdem die Verteidiger und ihre Mandanten eine Kopie der Mail erhalten hatten, ging es darum, wie es nun weitergehen sollte. Denn die Verteidigerin des Erkrankten äußerte, dass es noch fragwürdig sei, ob ihr Mandant zu den nächsten Terminen verhandlungsfähig wäre.

Bis Donnerstag krank geschrieben

Aktuell ist der Verhinderte bis einschließlich Donnerstag - dem geplanten zweiten Verhandlungstag - krankgeschrieben. Die Verteidigerin schlug deshalb vor, seinen Fall in einer eigenen Verhandlung zu behandeln.

Die Staatsanwaltschaft hätte dem zugestimmt. Ganz anders sahen das jedoch die Verteidiger der restlichen Angeklagten, speziell die der beiden inhaftierten Frauen. Es sei wichtig, dass ein ordentliches Attest vorhanden sei und das auch von einem Amtsarzt, der eine Verhandlungsunfähigkeit attestieren könne. Nach einer weiteren Unterbrechung erklärte die Richterin, dass sich bis Donnerstag keine Lösung für das Problem finden würde. Grund hierfür sei, dass die Zuständigkeiten in dieser Sache schwierig und auf Bundesebene organisiert seien.

Für Christian Pech bedeutet das warten. Er ist zwar noch stellvertretender Landrat, bleibt jedoch weiterhin von seinem Amt suspendiert. Er war bereits einige Wochen in Untersuchungshaft, der Haftbefehl wurde dann jedoch außer Vollzug gesetzt. Unserer Zeitung gegenüber erklärte Pech stets, sich keiner Schuld bewusst zu sein.

Voraussichtlich geht es jetzt am Dienstag, 2. April, weiter, wenn der Gesundheitszustand des Angeklagten und die weitere Vorgehensweise geklärt ist.