"Sie werden Sterne am Himmel, noch bevor ihr Leben auf der Erde begonnen hat – Kinder, die vor, während oder kurz nach ihrer Geburt versterben". Wie das Universitätsklinikum Erlangen erklärt, könne ein Baby, das vor der 24. Schwangerschaftswoche und mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm tot zur Welt kommt, in einem Einzelgrab oder einer gemeinschaftlichen Grabstätte beigesetzt werden. Um Sternenkindern eine solche Ruhestätte in Erlangen zu schaffen, erwarb Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen, demnach im Jahr 2002 ein Grabfeld auf dem Erlanger Zentralfriedhof – für trauernde Eltern und Angehörige von früh verstorbenen Kindern sei so ein Ort des Gedenkens und Abschiednehmens entstanden.

„Vor 20 Jahren war das gemeinsame Sternenkindergrab in Erlangen noch eines der ersten seiner Art in Deutschland, inzwischen gibt es sie in zahlreichen Städten“, so Beatrix Kozjak-Storjohann, die als Leiterin des Psychosozialen Dienstes in der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen schon viele Paare betreut hat, die ihr Baby während der Schwangerschaft verloren haben. „Vielen trauernden Eltern ist es wichtig, ihrem Kind einen Namen zu geben. Den Abschied bewusst zu gestalten, kann schmerzhaft sein, aber gleichzeitig helfen, da die Einzigartigkeit und die Würde des Kindes hervorgehoben wird. Es kann trösten, der Trauer auf diese Weise Raum zu geben.“

Jeweils im März und im Oktober eines Jahres finde auf dem Erlanger Zentralfriedhof eine Gedenkfeier für die früh verstorbenen Kinder statt. Die Gestaltung übernehme ein Team aus Mitarbeitenden der Frauenklinik, der Klinikseelsorge sowie ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen des Hospiz Vereins Erlangen e. V. Möchten Mütter und Väter ihrem Sternenkind ein paar Zeilen schreiben, fänden sie an der Grabstätte den „Schmetterlingsbriefkasten“. Die dort eingeworfenen Briefe würden gesammelt und mit den Sternenkindern bestattet.

Der Schmetterlingsbriefkasten sei aber auch ein Angebot für trauernde Eltern, die nicht wissen, wo ihr Kind beigesetzt ist. „Das kann der Fall sein, wenn das Kind schon vor vielen Jahren verstorben ist, als es noch andere gesetzliche Bestimmungen gab“, sagt Beatrix Kozjak-Storjohann. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Trauer um fehl- und totgeborene sowie früh verstorbene Kinder zu enttabuisieren.“

So sei 2012 in Kooperation mit der Stadt Erlangen und dem Hospiz Verein Erlangen e. V. die Wanderausstellung „Tod am Anfang des Lebens“ entstanden. Interessierte können die Ausstellung noch bis zum 20. November 2022 in der Christuskirche in Neunkirchen am Brand oder dauerhaft virtuell über den folgenden Link besuchen: https://padlet.com/HospizVereinErlangen/i4hwiicm99aeulzn