Es ist Nacht, eine Steckdose hat einen Kurzschluss und beginnt zu schmoren, das kleine Feuer greift auf den Teppich über, schnell breiten sich die Flammen in der ganzen Wohnung, die Bewohner liegen derweil im Bett und schlafen.

Ein Horrorszenario, aber kein Einzelfall. Jedes Jahr kommen in Bayern über 60 Menschen bei Bränden ums Leben. Jährlich sterben in ganz Deutschland mehr als 500 Menschen an Rauchvergiftungen und Verbrennungen. Erlangen-Höchstadts Kreisbrandrat Dieter Püttner ist sich indes sicher, dass sich mithilfe einer Rauchmelder-Pflicht die Zahl der Todesfälle reduzieren lässt.

Geringe Nachfrage

Rauchmelder können zwar kein Feuer verhindern, aber rechtzeitig vor der Brandgefahr warnen. Gerade im Schlaf ist der laute Alarm des Geräts gut zu hören.
Püttner: "Menschen haben keine Sinnesorgane, die vor den tödlichen Gasen Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid warnen."

Das Interesse nach den Lebensrettern an der Decke hält sich in Höchstadt aber noch in Grenzen. Brigitte Schlederer, Chefin von Elektro Schlederer und Biermann in der Hauptstraße, erklärt: "Die Nachfrage ist leider noch nicht sehr groß. Dabei sind selbst technisch hochwertige Rauchmelder wirklich günstig."

Das gilt seit 1. Januar 2013

Schon jetzt müssen alle neuen Häuser und Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Für bestehende Gebäude hat der bayerische Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2017 gesetzt. In Kinderzimmern, Schlafzimmern und Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, muss jeweils ein Gerät angebracht werden.
Kreisbrandrat Püttner empfiehlt, die Rauchmelder an der Decke in der Mitte des Raums zu befestigen, da der Rauch nach oben steigt. Am wichtigsten sind Rauchmelder aber im Schlafzimmer. Denn bei Bränden sterben die meisten Menschen nicht in den Flammen, sondern an giftigen Rauchgasen. Melde-Anlagen erkennen den giftigen Rauch und lösen Alarm aus - der Mensch wird wach und kann sich höchstwahrscheinlich retten.

Worauf sollen Käufer achten?

Die Geräte sind im Fachhandel, in Baumärkten und im Internet erhältlich. Verbraucher sollten darauf achten, dass die Warngeräte der Norm DIN EM 14604 entsprechen und eine CE-Kennzeichnung haben sowie das Prüfsiegel VdS. Dieter Püttner rät zudem, Rauchmelder zu kaufen, die zusätzlich mit dem Kennzeichen "Q" versehen sind. Diese Geräte haben zehn Jahre Garantie und eine Batterie, die ebenso lange hält. "Es lohnt sich, etwas mehr Geld auszugeben, wenn dann die Qualität sichergestellt ist", so Püttner.

So läuft der Betrieb

Vor allem über die Frage, ob Mieter oder Vermieter dafür zuständig sind, war lange gerungen worden. Das Gesetz sieht nun vor, dass der Hauseigentümer die Rauchmelder anbringen muss.
Diese Verpflichtung gilt auch für den Fall, dass ein Gerät kaputtgeht. Der Bewohner muss regelmäßig sicherstellen, dass das Gerät betriebsbereit ist, also auch die Batterie wechseln. Meist haben die Rauchmelder einen kleinen Knopf. Wenn dieser betätigt wird, erklingt ein Ton. So weiß der Bewohner, ob die Batterie noch funktioniert oder ob sie ausgetauscht werden muss.

Das kosten gute Geräte

Laut Dieter Püttner liegen die Preise zwischen fünf bis 50 Euro. Püttner warnt vor einem Kauf von Billig-Meldern unter fünf Euro. "Die haben technische Mängel und es gibt häufig Rückruf-Aktionen." Das betreffe oft Produkte aus chinesischer Fertigung.

Wer kontrolliert?

Der Gesetzgeber setzt auf Eigenverantwortung. Theoretisch könnte die Bauaufsichtsbehörde ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit verhängen, wenn in der Wohnung an den vorgesehenen Stellen keine Rauchmelder befestigt sind. Das würde aber, wenn überhaupt, nur bei der Abnahme eines Neubaus überprüft werden.
Auch der Versicherungsschutz bleibt bestehen, falls ein Hausbesitzer gegen die gesetzliche Rauchmelder-Pflicht verstoßen sollte. Aber: Sind keine Rauchwarnmelder vorhanden und führt das zu einer Vergrößerung eines Schadens, können Leistungen aus der Feuerversicherung gekürzt werden.