Ein Mann sitzt regungslos in seinem Auto, das am Rand einer viel befahrenen Straße steht. Doch keiner hält an, um ihm zu helfen. Schlimmer noch: Weil sie das Auto behindert, hupen andere Fahrer den Mann an. Dass der Mann gerade Hilfe braucht, erkennt nur einer - und rettet ihm damit das Leben.

Alexander Hertlein ist Polizeihauptmeister der Inspektion Erlangen-Land und an Nachmittag des 13. Mai 2020 gerade auf dem Weg zur Arbeit, als er an der Stelle in Uttenreuth in Mittelfranken vorbeikommt. "Hier kam es zu einem immensen Rückstau", sagt der Polizist im Interview mit News5.

Uttenreuth: Polizist rettet 41-Jährigem das Leben - Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer macht fassungslos

Erst, als er zum Auto des regungslosen Mannes ging, merkte er, dass es sich hier nicht um einen normalen Unfall handelt. Im Interview erzählt Hertlein weiter, dass er kein Verständnis für die anderen Verkehrsteilnehmer und ihr Verhalten. Selbst, als ein hinzugekommener Rettungswagen neben dem Unfallauto stand, hörte das Hupen nicht auf. 

Ursprungsmeldung vom 14. Mai 2020: Am Mittwochnachmittag (13.05.2020) kam es auf der Erlanger Straße in Uttenreuth zu einem langen Rückstau. Der Grund: Ein 41-Jähriger erlitt hinter dem Steuer einen Schwächeanfall und musste deswegen anhalten. Trotz eindeutiger Anzeichen, dass der Mann Hilfe benötigt, zeigten die Vorbeifahrenden kein Verständnis. Wie die Polizei berichtet, fuhren sie einfach vorbei und hupten ihn sogar an.

Schließlich hielt ein Polizeibeamter, der gerade auf dem Weg zur Arbeit war, an und sah nach dem Autofahrer. Er entdeckte deutliche Anzeichen für einen Schlaganfall bei dem Mann.

Während der Rettungsdienst ihm hilft, hupen die Menschen weiter

Bei einem Schlaganfall ist die Erstversorgung innerhalb der ersten Minuten ausschlaggebend, ansonsten kann es zu schwerwiegenden Hirnschäden kommen. Glücklicherweise befand sich im Stau hinter dem Betroffenen auch ein Rettungswagen, den der Polizist auf den Vorfall aufmerksam machte. Der 41-Jährige konnte sofort notversorgt und in eine Klinik gebracht werden. 

Selbst als der Rettungsdienst anrückte, um sich um den Mann zu kümmer, riss das Hupen und unbeteiligte Vorbeifahren nicht ab, wie der Polizeibeamte später schilderte. Die Polizei weist darauf hin, dass ein solches Handeln als unterlassen Hilfeleistung gelten kann und damit strafbar ist.