Kurz vor dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen im Baustellenbereich kam es am Sonntag (2. August 2020) zu einem schweren Autounfall. Das berichtet die Polizei. Ein Kleintransporter flüchtete nach mehreren Unfällen vor einer Streife, überschlug sich und stürzte schließlich in eine Baugrube. Sein Beifahrer wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Gegen 7.30 Uhr war ein 34-Jähriger mit seinem Kleintransporter im Landkreis Kitzingen auf der A3 in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs. Zwischen den Anschlussstellen Wiesentheid und Geiselwind fuhr er einem vorausfahrenden Fahrzeug gleich zweimal kurz aufeinanderfolgend ins Heck. Einem weiteren Auto fuhr der Mann ebenfalls an die Heckstoßstange. Die beiden angefahrenen Fahrzeuge fuhren nach den Zusammenstößen jeweils auf die rechte Spur.

34-Jähriger flüchtet vor Polizei und stürzt in Baustellengrube

Der Kleintransporter setzte seine Unfallfahrt jedoch unentwegt fort. Auf seiner weiteren Irrfahrt steuerte der 34-jährige Fahrer durch die Rastanlage Aurach-Süd und überfuhr dort eine Warnbake. Bis zu diesem Zeitpunkt ist durch die Fahrmanöver glücklicherweise noch niemand verletzt worden.

Die Verkehrspolizei Erlangen hatte bereits die Fahndung nach dem Kleintransporter eingeleitet, als sie gegen 8.00 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach das Unfallfahrzeug ausmachen und die Verfolgung aufnehmen konnte. Die Anhaltesignale der Polizeistreife ignorierte der 34-Jährige jedoch und beschleunigte seine Fahrt.

Im Bereich der Baustelle am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen flüchtete der Mann schließlich in das abgesperrte Baufeld. Der Kleintransporter kollidierte mit einem Sandhaufen und überschlug sich. Anschließend stürzte der Wagen mehrere Meter tief in eine Baustellengrube.

Beifahrer wird lebensgefährlich verletzt - Fahrer vermutlich unter Drogen

Der 63-jährige Beifahrer wurde in dem Fahrzeugwrack eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Er erlitt bei dem Unfall lebensgefährliche Verletzungen und musste bereits vor Ort von Rettungskräften reanimiert werden. Auch der 34-jährige Unfallverursacher kam zur Versorgung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus. An dem Kleintransporter entstand bei dem Unfall Totalschaden.

Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die A3 in Richtung Nürnberg für den Verkehr gesperrt werden. Es kam zu einem kilometerlangen Rückstau. Bei ersten Ermittlungen konnten die Beamten bereits feststellen, dass die Kennzeichen des polnischen Kleintransporters in Deutschland gestohlen worden sind. Ein weiteres geklautes Kennzeichen konnte im verunglückten Transporter sichergestellt werden.

Der 34-jährige Fahrer zeigte drogentypische Ausfallerscheinungen, weshalb er sich im Rahmen der Unfallaufnahme einer Blutentnahme unterziehen musste. Im Fahrzeug konnten die Beamten eine geringe Menge einer synthetischen Droge finden und sicherstellen.

Die Polizei ermittelt gegen den 34-Jährigen jetzt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung, außerdem wird sich der Fahrer wegen den Diebstählen der Kennzeichen sowie dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten müssen.