Ein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement wurde mit höchsten Ehren gewürdigt: Ulrich Wustmann, Vorsitzender der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt, hat im Rahmen einer Feierstunde in den Räumen der Lebenshilfe den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Viel Beifall von Beginn an gab es nicht nur für Wustmann, sondern für Tobi (Tobias Schüpferling), der mit seinen Trompetenstücken die Feierstunde umrahmte.

"Über das übliche Maß hinaus setzen Sie sich für die Belange der Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen ein", erklärte Landrat Eberhard Irlinger (SPD) in seiner Laudatio. Seit Jahren wird Ulrich Wustmann im gleichen Atemzug mit der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt genannt. Seit über 20 Jahren engagiert sich der Vorsitzende ehrenamtlich und widmet sich besonders der Lebenshilfe.
Irlinger: "Menschen wie Ulrich Wustmann haben die Kultur des Herzens begriffen."

Ulrich Wustmann sei ein Mann, der durch seine außergewöhnlichen Leistungen der Nächstenliebe menschliche Werte lebt. So sei der Name Ulrich Wustmann untrennbar mit der Lebenshilfe verbunden.

Als Vater eines behinderten Kindes habe sich Wustmann früh für die Idee der Lebenshilfe begeistern lassen. Sein Herzensanliegen ist es, Menschen mit Behinderung ein möglichst normales und selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Mit den Worten "Die Lebenshilfe Bayern ist stolz auf Sie und es berührt mich tief, wie Sie sich um Menschen mit Behinderung kümmern", überbrachte der stellvertretende Landesvorsitzende die Grüße von Barbara Stamm.
Auch Altlandrat Franz Krug und ehemaliger Vorsitzender der Lebenshilfe würdigte die ehrenamtliche Leistung des ehemaligen stellvertretenden Landrats Wustmann. "Das ist ein ehrenvoller Tag für dich und deine Familie, und ich habe tiefen Respekt, was du von kleinsten Anfängen bis hin zu einem mittelständischen Betrieb aus der Lebenshilfe gemacht hast", sagte Franz Krug. Den Glückwünschen schloss sich auch Geschäftsführer Josef Hennemann an.

So begann Wustmanns ehrenamtliches Engagement in der Zeit des Schul- und Tagesstättenbesuchs seines Sohnes, im Elternbeirat der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung oder einer drohenden Behinderung. Im Februar 1991 übernahm Wustmann im Vorstand der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt (West) e.V. zunächst das Amt des 2. Vorsitzenden, bevor er bereits drei Jahre später, im Mai 1994, begann, als 1. Vorsitzender Verantwortung zu tragen. "In dieser Funktion haben Sie unzählige Projekte angestoßen und Vorhaben realisieren können - und das mit hervorragendem Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen", sagte Irlinger. So setzte sich Wustmann für die Schulvorbereitenden Einrichtungen in Buch bei Weisendorf ein. Wustmanns Ziel war es, eine eigenständige Schulvorbereitenden Einrichtung im Zentrum des westlichen Landkreises ohne Zuordnung zu einem staatlichen Förderzentrum zu schaffen.

"Als Vorsitzender haben Sie hier Standhaftigkeit bezüglich des eingeschlagenen Weges trotz vieler Widerstände seitens des Ministeriums, der Regierung und anderer Behörden gezeigt. Die Erfolge der Schulvorbereitenden Einrichtungen für die Kinder zeigen die Richtigkeit dieses Weges", hob der Landrat hervor. So habe Wustmann viel Ausdauer, Geduld und politisch-strategisches Geschick gezeigt beim Erwerb eines Gebäudes für die Wohnstätte für Menschen mit Behinderung in Herzogenaurach. Wustmann erkannte die die Chance für die Erweiterung des Bereichs Wohnen am Rande des Zentrums von Herzogenaurach. "Es ist Ihnen gelungen, den verantwortlichen Politikern nahezubringen, das Wohnen der Menschen mit Behinderung im Zentrum der Stadt und nicht auf der grünen Wiese zu fördern."

In der Umsetzung des neuen bayerischen Rahmenvertrags für die Frühförderung habe Wustmann erkannt, dass hier die Chance liege, mit einer neuen Außenstelle in Höchstadt einen weiteren familiennahen Standort zu etablieren. Dabei habe er das Wohl der Lebenshilfe über jegliches kommunalpolitisches Interesse gestellt.

Unternehmen gegründet

Die Tätigkeit von Wustmann beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Einrichtung von stationären und teilstationären Betreuungs-, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten. Durch die Erweiterung der ambulanten Förderungs- und Betreuungsdienste setzte er sich auch für die Integration der Menschen mit Behinderung und für die Entlastung der Angehörigen ein. So gründete Wustmann im Jahr 2003 die Intec GmbH in Höchstadt. Die gemeinnützige GmbH ist ein Integrationsprojekt der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt, das die berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen unterstützt.
2008 übernahm die Lebenshilfe zudem die Trägerschaft der Autec, einer Abteilung der Aurach-Werkstatt. Um die langfristige Sicherung der Einrichtungen zu gewährleisten, gründete Wustmann eine Stiftung, um die regionale Wirtschaft und Industrie einzubinden.