Die Ermittler der Neustadter Polizei haben bereits am Freitag der vergangenen Woche in Uehlfeld die Werkstatt eines professionellen Fahrraddiebes "ausgehoben". Bei der lange geplanten Durchsuchungsaktion in drei verschiedenen Wohnungen, über die laut Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt berichtet werde, wurden 23 mutmaßlich gestohlene Fahrräder, eine erhebliche Menge Rauschgift und ein nach dem Waffengesetz verbotener Gegenstand sichergestellt. Fünf der sichergestellten Fahrräder konnten bereits angezeigten Diebstählen zugeordnet werden, für die restlichen werden die Geschädigten noch gesucht. Der Gesamtwert des Diebesgutes wird auf mindestens 20 000 Euro geschätzt.

Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen zwei Männer im Alter von 18 und 44 Jahren. Der Jüngere war aufgrund einer am Tatort eines Fahrraddiebstahls gesicherten Blutspur als Tatverdächtiger ermittelt worden. Am 5. Juni waren in Dachsbach aus einer Garage zwei hochwertige Herrenfahrräder entwendet worden, wobei sich der Dieb am Garagentor verletzt und eine Blutspur hinterlassen hatte. Die Auswertung des daraus gewonnenen genetischen Fingerabdrucks führte die Ermittler auf die Spur des 18-Jährigen. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergaben sich Erkenntnisse auf eine mögliche Abnahme des Diebesgutes durch den 44-Jährigen im Tausch gegen Betäubungsmittel. Es wurden deshalb richterliche Durchsuchungsbeschlüsse für zwei Wohnungen, in denen sich der 18-Jährige gewöhnlich aufhielt, und für die Wohnung des 44-Jährigen erwirkt.

Während sich in den beiden erstgenannten Wohnungen lediglich geringe Mengen von Rauschgift und dazugehörige Utensilien fanden, erwies sich die Durchsuchung der Wohnung des 44-Jährigen in Uehlfeld als Volltreffer. In einem Nebenraum der Wohnung und dem dazugehörigen Keller befand sich eine professionell ausgestattete Fahrradwerkstatt mit dem genannten Diebesgut. Offenbar wurden die gestohlenen Fahrräder von dem 44-Jährigen jeweils zerlegt und aus den Einzelteilen in neuer Zusammensetzung wieder aufgebaut, um sie dann gewinnbringend zu veräußern. Hierzu wurden auch neuwertige Fahrzeugteile verbaut, die der Mann möglicherweise im Internet bestellte.

Ferner deuten die vorgefundenen Betäubungsmittel und Portionierungsutensilien auf einen schwunghaften Rauschgifthandel hin. Neben Ecstasy-Tabletten wurden in einem Tresor Amphetamin, Crystal Speed und Heroin in erheblicher Menge aufgefunden und beschlagnahmt.

Zwei weitere Verdächtige

In der Wohnung nahmen die Beamten neben den beiden Tatverdächtigen noch zwei weitere Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest, die dort offenbar übernachtet hatten und illegale Betäubungsmittel bei sich trugen. Der 20-Jährige hatte außerdem ein sogenanntes Butterflymesser einstecken, das nach dem Waffengesetz verboten ist. Inwieweit die beiden sich an den Fahrraddiebstählen beteiligt haben, ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Alle Tatverdächtigen befinden sich derzeit noch auf freiem Fuß.

Die bisher festgestellten Tatorte erstrecken sich auf den östlichen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und den angrenzenden Großraum Erlangen. Weitere Geschädigte, die bisher keine Anzeige erstattet haben, können sich unter Telefon 09161/88530 melden und die sichergestellten Fahrräder bei der Polizei in Neustadt in Augenschein nehmen. Vorhandene Kaufbelege sollten mitgebracht werden.