Das Warten hat ein Ende. Am Freitag, 29. November, bringt die Theatergruppe Weisendorf ihr neues Stück "Ein Engel auf Bewährung" auf die Bühne. Derzeit proben die Laienspieler noch fleißig für die drei Aufführungen der fantastischen Komödie in drei Akten aus der Feder von Erich Koch. Bei den Proben in Reuth herrscht beste Stimmung, es wird viel gelacht, vor allem Versprecher oder ein vergessener Satz führen immer wieder zu lustigen Kommentaren, wenn sich die Mitspieler gegenseitig verbessern oder mal einander ins Wort fallen. "Wir haben heuer auch drei neue junge Mitspieler auf der Bühne", erzählt Hans Kreiner in seinem Engelskostüm. Geprobt wird im ehemaligen Reuther Wirtshaus. Wenn man die Stube betritt, glaubt man sich inmitten einer Großfamilie.
Das traditionelle Mundarttheater in Weisendorf ist mittlerweile zum Kult geworden. Die Theatergruppe steht heuer zum 21. Mal auf der Bühne. Was es mit dem Engel auf sich hat, erfahren die Zuschauer bei drei Aufführungen in der Mehrzweckhalle.
Ein wenig sei schon verraten: Auch der Himmel kann sich einmal irren, jedenfalls in dem amüsanten Dreiakter. Weil Hans Maurer (Hans Kreiner) mit einem gleichnamigen Finanzbeamten verwechselt wird, segnet er ein Jahr zu früh das Zeitliche. Schon fast in der Höhe angekommen, erhält er aber noch eine Bewährungschance. Als Engel mit kleinen, angesengten Flügeln und verrußtem Hemd kommt er zurück auf die Erde.
Da er zu Lebzeiten ein miserabler Ehemann und ein Sünder war, muss er sich durch die Stiftung dreier Ehen seine "richtigen" Flügel erst verdienen, um damit ins Paradies einziehen zu können. Dieses Vorhaben gestaltet sich als äußerst schwierig, denn die Auserwählten haben mit dem Heiraten vorerst gar nichts am Hut. Sehen und hören kann ihn nur seine Frau Emma (Karin Süß). Andere Menschen können ihn nur hören, wenn er es möchte. Wegen seines verschwenderischen Lebenswandels können sich seine engsten Familienangehörigen nur einen bescheidenen Leichen-Kaffee leisten. So hält sich die Trauer in Grenzen. Der Einzige, der bei der Beerdigung an Hans Maurers Grab geweint hat, war der Wirt vom Jägerhof.
Der unfertige Engel bekommt eine schwierige Aufgabe: Ausgerechnet den reichen, selbstgefälligen Weisendorfer Bauern Willi Schmuser (Volker Schmerler), der Hans Maurers Schuldscheine aufgekauft hat und dessen Familie aus dem Haus treiben will, soll er mit seiner früheren Frau Emma verheiraten.
Einfacher scheint es zu sein, eine Ehe zwischen der Tochter Gabi (Caroline Cittrich) und Bernd (Stefan Steinbrich) anzubahnen. Bernd ist die perfekte Hausfrau, kann waschen, putzen, nähen und häkeln.
Opa Emil (Rainer Cittrich) will eigentlich nicht mehr heiraten. Da ihm aber sein sprechendes Gewissen in Form von Hans und der Schnaps gewaltig zusetzen, flüchtet er in die Arme von Magda (Karin Zenger), der Mutter von Hans. Nicht nur, weil diese die besten Dampfnudeln macht("War das nicht die Kartoffelsuppe?", fragt Cittrich mittendrin), sieht er dem Fegefeuer mit Zuversicht entgegen.
Hilda (Mona Schlegel), Hans' Schwester, versucht, das von Hans für schlechte Zeiten versteckte Geld an sich zu bringen. Doch Hans nutzt seine himmlischen Fähigkeiten und macht sich als Polizist sichtbar. So gelingt es ihm, dass die Gerechtigkeit siegt und er seine drei Ehen stiften kann. Sein Lohn sind große, richtige Flügel, mit denen er nun endlich doch ins Paradies einziehen darf.
Das Lustspiel ist mit seinen Verwirrungen und Enthüllungen der Theatergruppe wie auf den Leib geschrieben. Die Zuschauer dürfen sich wieder auf ein Stück mit vielen Gelegenheiten zum Lachen freuen. Erzählt wird eine turbulente Geschichte, natürlich in fränkischer Mundart, mit vielen Enthüllungen, Irrungen, Verwirrungen, lokalem Bezug und sogar "übernatürlichen Geistesblitzen".

Aufführungstermine: 29. und 30. November jeweils um 19.30 Uhr und am 1. Dezember um 15.30 Uhr.

Eintrittspreise: Erwachsene zahlen sieben Euro und Kinder fünf Euro. Wie schon in den Vorjahren geht der Erlös an gemeinnützige und karitative Einrichtungen.

Kartenvorverkauf: Im Rewe- Markt Zwingel und bei Getränke Trebisch in Weisendorf sowie bei Hans Kreiner, Telefon 09135/108.