Darf man jemanden verhaften, der im Begriff, ist ein perfekt geplantes Verbrechen auszuüben? Diese Frage beschäftigte die Theatergruppe der Oberstufe des Gymnasiums Herzogenaurach besonders. Wahrscheinlich fiel die Wahl des Stückes deshalb auf den Krimi "Die schwarze Lilie" von Walter Espe. "Das Stück hat einfach seinen Reiz, vor allem die Idee eines perfekt geplanten Verbrechens", bekräftigt Elena Storl, eine Teilnehmerin der Gruppe.

Bei dem perfekt geplantem Verbrechen handelt es sich um die Idee des Hauptdarstellers Alvin Struck (David Nedoschill/ Vincent von Jagemann), einen Raubmord zu vollziehen. Er hat das Verbrechen über lange Zeit geplant. Nicht, weil er das Geld brauchte, sondern weil Verbrechen ihn beeindruckten.

Am Vorabend des ausgewählten Tages gerät er in eine beängstigende Situation: Soll er das Verbrechen ausüben? Aus Angst davor sucht er bei der Kriminalkommissarin (Julia Wittmann) Zuflucht, indem er sie bittet, ihn in Schutzhaft zu nehmen, was sie ausschlägt. Warum auch, solange er unschuldig ist?


Drei Aufführungen

Am nächsten Tag kommen die Kassenboten, die von Struck ausgeraubt werden sollten, um. Die Lage scheint völlig klar zu sein. Irrtum! Auf spannende Art und Weise wird der Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Es ist nicht mehr nur Struck verdächtig. Aber wer steckt hinter dem Raubmord?

Jeder ist dazu eingeladen, sich des Rätsels Lösung selbst anzusehen. Das Stück wird am 10. 11. und 12.März ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) in der Aula des Gymnasiums aufgeführt. Karten sind einfach in der Schule oder im Schreibwarengeschäft "Ellwanger" für sechs Euro (Schüler vier Euro ) zu erwerben. Einige Karten können auch noch an der Abendkasse gekauft werden.

Um dem Stück noch mehr Ausdruck zu verleihen, beschlossen die Schüler, das Zeitalter nicht auf die 1930er Jahre zu beschränken, wie es von Espe bestimmt war, sondern sie weiten das Stück auf verschiedene Zeitalter aus. Jede Personen Gruppe bekommt ihre eigene Zeit. Somit ihren eigenen Style. Eine Räuberbande von Damen tritt zum Beispiel im 50er-Jahre-Outfit auf. "Damit hat jeder nochmal einen ganz eigenen Charakter", erklärt Elena Storl. Nicht nur diese Veränderung stellten die insgesamt 18 Schüler auf die Beine. Unter der Leitung des Lehrers Peter Vogel, der Theaterpädagogin Dagmar Leifert und der ehemaligen Schülerin Ute Docter wurde aus dem Krimi ein aufregendes Stück konstruiert.


Hauptfigur gespalten

Zum Beispiel gibt es auflockernde Tänze, und durch verschiedene Höhen auf der Bühne wird die Stellung der Personen deutlich. Außerdem ermöglicht die Aufspaltung der Hauptfigur in einen handelnden (David Nedoschill) und einen, welcher nur in dessen Gedanken existiert (Vincent von Jagemann) ein tieferes Einsteigen in das Stück. Das Stück dauert ungefähr 80 Minuten und lädt alle dazu ein, sich dem spannendem Fall zu stellen.