In den Tagen der Sommersonnenwende ist zumindest in unseren mittelfränkischen Breiten die Natur am Üppigsten und bereitet sich auf die Reife vor. Die Erntezeit rückt immer näher.

Man geht auch gern in den eigenen Garten, weil an manchem Strauch schon Früchte zum Naschen locken. Die Erdbeerernte ist im vollen Gange und das Spargelstechen sollte eigentlich an Johanni schon beendet sein.

Es ist eine Zeit, in der man seiner Gartenleidenschaft besonders gern frönt, und das ist wohl auch der Grund dafür, dass beim "Tag der offenen Gartentür" am Sonntag, 30. Juni, am kommenden Sonntag ist es dann auch wieder für Jedermann soweit.

Zum 16. Mal öffnen ausgewählte Gärten ihre Tore. Die Höchstadter haben den Vorteil, solch einen "Mustergarten" direkt in ihrer Stadt zu haben. Am Montag wurde in eben diesem Garten, dem Garten der Familie Gertrud und Kilian Steidl in der Dr.-Schätzel-Straße 24, in einer festlichen Gartenrunde der Startschuss gegeben für den "Tag der offenen Gartentür" für ganz Mittelfranken.

Ein Teich und ein Brunnen

Wenn man den Garten der Steidls das erste Mal betritt, weiß man überhaupt nicht, wohin man zuerst schauen soll. Das Ehepaar hat sein Haus 1979 gebaut und den Außenbereich seitdem immer wieder umgestaltet. Ein größerer Teich im Garten musste weichen, um einer neu gestalteten Brunnenanlage Platz zu machen, einem wirklichen Blickfang. Ein kleiner Teich befindet dafür sich heute im Eingangsbereich der 1300 Quadratmeter großen Anlage.

Diese Anlage geht grenzenlos in das nebenliegende Anwesen des Sohnes über, als wäre es architektonisch nie anders geplant gewesen. Hier bei den Steidls wird sichtbar: Wer einen Garten hat, der macht dort etwas Sinnvolles - er pflegt ihn.

Die Voraussetzungen sind bei Gertrud und Kilian Steidl hervorragend. Sie töpfert gern und ihr Mann schlos-
sert, und so dekorieren sie ihren Garten gemeinsam.

Da kann man getöpferte Glockenblumen bewundern und daneben kleine menschliche Figuren und Tiere in amüsanten Posen. Gertrud Steidl bezeichnet ihren Garten selbst als Erholungsgarten. Die Umgestaltung war nie irgendwie konzipiert, sie hat sich einfach so ergeben und ist einzig dem Hang der Eheleute nach Schönem geschuldet.

Es muss gefallen

Für Gertrud Steidl stand immer im Vordergrund, dass es ihr und ihrem Mann gefallen muss. Wenn ein Ensemble fertig war, machte man sich Gedanken, wo man noch etwas tun könne. Im Vordergrund standen für die Steidls immer die Freude am Geschaffenen und der Sinn für eine schöne Umwelt. Dabei grenzen sie sich nicht ab, sondern stehen zu ihrer Offenheit für die Besucher und Nachbarn. Diese wollen sie auch am Sonntag ab zehn Uhr beweisen.

Darüber hinaus gibt es in Mittelfranken mehr als 30 weitere Gärten in den verschiedensten Regionen und mit unterschiedlichster Gestaltung, die zum "Tag der offenen Gartentür" zur Besichtigung einladen. Genaue Informationen sind dem Flyer zum "Tag der offenen Gartentür" zu entnehmen, der unter anderem im Höchstadter Rathaus ausliegt.