In den letzten zwei Wochen hat sich in Sachen Stadt-/Umlandbahn (Stub) einiges getan. Das bestätigte Landrat Eberhard Irlinger (SPD) Montagfrüh in der Sitzung des Kreistags Erlangen-Höchstadt. Die SPD-Fraktion hatte mit einer Anfrage nachgehakt, was seit der letzten Sitzung unternommen worden sei.

Dass der Beschluss des Erlanger Stadtrats pro Stub den Weg auf die Schiene freigemacht habe, schickte Irlinger seinen Ausführungen voraus. Die Stadt Erlangen hatte als letzte der drei beteiligten Gebietskörperschaften vorletzte Woche mehrheitlich ihre Bedenken gegen das Großprojekt überwunden. In der abgespeckten Variante soll die Stub später einmal Nürnberg mit Erlangen verbinden; der kurze Querast soll Pendler von und nach Erlangen schaufeln von den Endpunkten Herzogenaurach im Westen und Uttenreuth im Osten.

Laut Irlinger sind in den letzten beiden Wochen Besprechungen gelaufen, mit welchen Unterlagen der Landkreis Erlangen-Höchstadt ins Anmeldeverfahren gehen werde. Die müssten dann sowohl vom Landrat als auch von den Oberbürgermeistern Siegfried Balleis (CSU) für die Stadt Erlangen als auch Ulrich Maly (SPD) für die Stadt Nünberg unterzeichnet werden.

In den zuständigen Ministerien habe Irlinger die Anmeldung des Nahverkehrsprojekts bereits am Tag nach der Entscheidung im Kreistag avisiert. Damit war von einer breiten Mehrheit klargestellt worden, dass der Landkreis prinzipiell für den Bau der Stub sei, aber sie mit den bislang zugesagten Fördermitteln zu teuer finde.
Als nächstes will sich Irlinger mit Balleis und Maly absprechen. Dann sollen gemeinsam die Ministerien in Berlin massiert werden. "Wir hoffen, dass wir substanziell weiterkommen und bei de Haushaltsberatungen im Januar diese Ergebnisse schon berücksichtigen können."

Jörg Rohde (FDP) schlug vor, sich bei künftigen Entscheidungen der Stadt Erlangen den Vortritt zu lassen und sich an ihnen zu orientieren. Die Stadt sei schließlich auch beim Zahlen der Seniorpartner. Als "größter Zahler" mit rund 100 Millionen Euro Beteiligung war es für die Erlanger Stadträte kein leichter Entschluss gewesen, sich für das verbleibende T-Netz auszusprechen. Auf den Landkreis kämen nach den aktuellen Angaben maximal 64 Millionen Euro zu.

Davon wollte Irlinger nichts hören. "Ich habe von Ihnen einen Auftrag bekommen und den möchte ich bearbeiten." Außerdem wolle er sich nicht abhängig machen von einem eventuellen Ratsbegehren in Sachen Stub in der Stadt.