Seit acht Jahren engagiert sich der Seniorenbeirat für Menschen, denen es nicht so gut geht. Fast 200 Weihnachtspäckchen und gefüllte Taschen stapelten sich diesmal wieder im Seniorenbüro; in diesen Tagen werden sie von zwölf Mitgliedern des Seniorenbeirates und der Herzo-Heinzelmännchen an die Empfänger übergeben.

"Die Spendenbereitschaft der Herzogenauracher ist ungebrochen", erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD) angesichts der aufgetürmten Pakete. Denn die liebevoll verpackten Päckchen und Pakete brachten Herzogenauracher ins Seniorenbüro. "Wir wissen selbst nicht, was alles eingepackt wurde. Nicht erwünscht sind Alkohol und schnell verderbliche Lebensmittel", erklärte Michael Baltz vom Seniorenbeirat.
Von den eingegangen Geldspenden seien Drogerie- und Hygieneartikel gekauft worden, berichtete er mit einem Blick auf die gefüllten Tüten.

Es gibt eine Frau, die jedes Jahr etwas vorbeibringt

Besonders hob Hans Münck die Spende einer Frau hervor, die jährlich zur Weihnachtszeit im Seniorenbüro vorbeikommt. Sie brachte zwölf gefüllte Weihnachtstaschen vorbei und sagte zur Begründung: "Ich freu' mich jedes Jahr, wenn ich etwas einpacken und vorbeibringen darf."
Mit den Geschenken werden vor allem ältere und einsame Menschen überrascht, um die sich sonst niemand kümmert.

Wie Bürgermeister Hacker und Michael Baltz erklärten, gebe es noch viele Menschen, die sich scheuten, zur Tafel zu gehen. "Die Menschen sollen sich einen Tafel-Ausweis ausstellen lassen, und es muss sich niemand schämen, denn sie haben einen Anspruch darauf", sagte dazu der Bürgermeister. Hacker bat deshalb den Seniorenbeirat, diese Botschaft gerade an die Menschen zu überbringen, denen Päckchen übergeben werden.

Auf Hinweise angewiesen

Im Seniorenbeirat ist man überzeugt, dass noch mehr Menschen eine Unterstützung gut gebrauchen könnten. Aber dem steht der Datenschutz entgegen; denn weder Sozialamt, Landratsamt oder Behörden dürfen die Namen bekannt geben. So ist der Seniorenbeirat auf die Hilfe von Leuten aus der Nachbarschaft, auf Mundpropaganda und auf die eigene Erfahrung angewiesen, aber auch aus den Pflegeheimen gebe es immer wieder mal einen Hinweis.

Nicht vergessen werden deshalb auch Alten- und Pflegeheimbewohner. Die Leute würden zwar mit Essen versorgt, aber für Hygieneartikel reiche dann bei manchen das Geld nicht mehr. "Deshalb haben wir für sie eingekauft", erzählt Michael Baltz.

Näher zusammenrücken

Manchmal fließen Tränen, wenn Seniorenbeiräte mit einem Päckchen auftauchen. Nicht immer sind es Tränen der Freude. Baltz sagt, er kenne eine Reihe von Alleinstehenden, um die sich niemand kümmert, manchmal nicht mal die eigenen Kinder. Baltz: "Das ist traurig und erschütternd." Deswegen schwebt dem Seniorenbeirat vor, dass solche einsame Menschen von Freiwilligen ab und zu mal besucht werden sollen, und wenn es nur zum Reden ist. Sonst drohe die totale Vereinsamung, davon sind Münck und Baltz überzeugt. Deswegen würde sich der Seniorenbeirat freuen, wenn sich Freiwillige meldeten, die ab und zu mal einen Besuchsdienst übernehmen, um für gehbehinderte Personen oder Menschen, die nicht mehr so richtig allein zurechtkommen, einzukaufen oder sie bei einem Arztbesuch zu begleiten. Nach Meinung von Robert Weigl müssten die Menschen noch näher zusammenrücken, denn viele würden vom gesellschaftlichen Wandel überrollt oder seien überfordert.