Gotthard Lohmaier will es in seinen letzten Tagen als Stadtrat nochmal wissen. Drei Anträge hatte der SPD-Politiker für die letzte Sitzung des Kulturausschusses eingebracht, und alle drei hatten es sich. So auch die Frage, wie die offiziellen Ehrungen der Stadt denn künftig vonstatten gehen sollen. Brauche es eine Verdienstmedaille in Bronze bis Gold wirklich? Oder solle man stattdessen wirklich eine Bürgermedaille einführen, wie vielfach gewünscht.

Bürgermeister German Hacker (SPD) dämpfte die Euphorie des Haudegens der Fraktion dahingehend, dass er zunächst einmal dem Kulturausschuss die Zuständigkeit absprach. Und zum anderen feststellte, dass ein Beschluss doch längst gefallen, die jetzige Debatte also überflüssig sei. Hacker: "Den Antrag braucht's net."
Eingangs hatte Antragsteller Lohmaier erlärt, dass er eine echte Bürgermedaille wünsche.
Eine, die für Menschen gedacht ist, die aus sozialen, sportlichen oder kulturellen Gründen sich dafür eignen. Abstufungen in Gold, Silber und Bronze brauche es nicht.

Dahingehend wollte ihm Hacker auch gar nicht widersprechen. Aber verstehen wollte er den Antrag trotzdem nicht. "Der Stadtrat hat doch schon festgelegt, dass die Debatte nach dem 1. Mai geführt wird", stellte der Bürgermeister fest. Natürlich müsse diese Diskussion geführt werden, "aber das macht der neue Stadtrat." Lohmaier gefiel das nicht. "Wir wollen diese Bürgermedaille und hätten sie längst beschließen können", sagte er.

Doch auch unter den anderen Mitgliedern des Kulturausschusses fand er keine Zustimmung. Weshalb müsse man jetzt entscheiden, noch vor der Amtszeit des neuen Stadtrats, wollte auch Renate Schroff wissen. "Es kommt doch keine Ehrung mehr vorher."

Eingangs hatte der Antragsteller noch sein Unverständnis geäußert, dass der Kulturausschuss das falsche Gremium sei. Man solle wenigstens eine Empfehlung geben. Das fand Bürgermeister Hacker nicht. Die richtige Weg sei über den Ältestenrat, und so sei es auch vorgegeben.