Die Herzogenauracher haben Interesse an ihrer Stadt, das beweist die hohe Teilnehmerzahl am Projekt "Zukunftswerkstatt - Eine neue Stadthalle für Herzogenaurach." In der Aula der Mittelschule konnte Bürgermeister German Hacker (SPD) über 80 Teilnehmer begrüßen, die sich zur Mitarbeit angemeldet hatten.

"Wir werden nicht nur ein Wunschkonzert erleben", erklärte der Bürgermeister und berichtete von der Umfrage zu Beginn des Jahres. Deren Ergebnisse wurden von den Sachgebieten der Stadt und einem externen Büro ausgewertet. Denn schließlich könnten nicht alle Wünsche, sei es zum Standort oder überhaupt der Machbarkeit, berücksichtigt werden. Deshalb soll auch die Frage geklärt werden, ob man nur eine Halle für Herzogenaurach oder eine für ein größeres Einzugsgebiet bauen will.
Dabei müsse die Nutzung ebenso geklärt sein wie Unterhalts- und Folgekosten.

Architekten unterstützen

Damit die Beratungen in den Arbeitsgruppen mit fundierten Argumenten und Wissen geführt werden können, standen mit Thomas Eckert und Johannes Sattleger aus Regensburg zwei Architekten bereit. Vom Büro Identität & Image Coaching aus Eggenfelden stand jeder Arbeitsgruppe ein Moderator zur Seite, und für städtische Fragen waren die Sachgebietsleiter zur Stelle.

Nach kontroversen Diskussionen beschloss der Stadtrat im November des vergangenen Jahres auf Antrag des Stadtrats Maximilian Maydt (Grüne), eine "Zukunftswerkstatt" ins Leben zu rufen. Dem jungen Stadtrat ist an einer fundierten Grundlage für eine Entscheidung gelegen, wie er in seiner Begründung damals ausführte. Sonst könne man keine Entscheidung treffen, die das Wohl der gesamten Stadt im Auge hat. Maydt hält deshalb eine weitreichende Beteiligung möglicher späterer Hallenbenutzer sowie der Bürger für erforderlich.

Es gibt schon viele Ideen

Damit will die Stadtverwaltung nicht nur einen öffentlichen Konsens herbeiführen, sondern auch möglichst viele kreative Ideen sammeln. Schon während des Wahlkampfes gab es zahlreiche Ideen und Standortvorschläge für eine neue Stadthalle sowie einige Vorschläge zu möglichen Standorten wie etwa das ehemalige Obi-Gelände, aber dieses scheidet wegen einer bereits anderweitigen geplanten Nutzung aus. So wie das Obi-Gelände fielen auch weitere vorgeschlagene Standorte wegen unterschiedlicher Gründe durchs Raster.

Eine Stadthalle soll nicht nur nahe der Innenstadt gebaut werden, sondern auch verkehrsgünstig liegen und über genügend Parkflächen verfügen sowie die Anlieger nicht stören. Bürgermeister Hacker und die Verwaltung wissen, dass die Umsetzung nicht gerade einfach sein wird. Bei der gestrigen Eröffnung der Zukunftswerkstatt wurden die Standortanalyse (Bürgerbefragung), das Ergebnis der Bedarfsermittlung und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgestellt und erläutert. Die Teilnehmer wurden in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt und präsentierten am Abend ihre Ergebnisse im Plenum, wo dann auch die Gruppenergebnisse diskutiert wurden.

Erst Profil, dann Standort

Am heutigen Samstag werden nach einer Reflexion des Vortages die Gruppenarbeiten fortgesetzt und wiederum im Plenum vorgestellt und diskutiert. Nach der Mittagspause ziehen sich die Gruppen nochmal zurück, um die vorgestellten Ergebnisse zu beraten und in die Vorschläge einzuarbeiten. Am Nachmittag werden dann die Gruppenergebnisse erneut im Plenum vorgestellt, beraten und die Teilnehmer schließlich verabschiedet. Erst nach Erstellung eines Anforderungsprofiles, in das weitgehend die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt einfließen sollen, wird sich die Stadtverwaltung mit den möglichen Standorten beschäftigen.