Langsam wird es zur lästigen Tradition. Wieder einmal verloren die Bayernliga-Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach ein Heimspiel gegen den TSV Ismaning. Mit 22:25 musste sich das Team von Trainer Udo Hermannstädter dem letztjährigen Regionalligisten vor mehr als 250 Zuschauern beugen. Dabei war diese Pleite so überflüssig wie ein Kropf: Die Gäste präsentierten sich ganz sicher nicht wie ein Aufstiegskandidat. Nur der größere Durchsetzungswille sowie die deutliche Überlegenheit bei Sprints und ab und an sehr schöne Spielabläufe gaben am Ende den Ausschlag. Allein bei 14 Gegenstoßtreffern hatten die Schuhstädterinnen gegen davoneilende Ismaningerinnen das Nachsehen.

TS Herzogenaurach - TSV Ismaning 22:25

Dabei fing es für die TSH prima an.
Mit einer stabilen Abwehrarbeit ausgehend von Torfrau Ellen Mauritz übernahmen die Gastgeber bis zur 13. Minute die Initiative. Hätte die TSH nicht da schon gute Tormöglichkeiten liegen gelassen, wäre die Begegnung frühzeitig entschieden gewesen. So aber fand die fast 1,90 Meter große TSV-Torfrau langsam ins Spiel und brachte mit ihren langen Armen und stoischer Ruhe zunehmend das komplette TS-Team zur Verzweiflung.
Die Folge war, dass Herzogenaurach zehn Minuten lang kein Erfolgserlebnis mehr zu verzeichnen hatte. Parallel stabilisierten sich die Gäste auch in der eigenen Abwehr: Jede ballführende TSH-Spielerin wurde gleich dermaßen zugeparkt, dass selbst einfachste Pässe misslangen. So drehte Ismaning das Ergebnis locker in eine 8:7-Führung, wurde nun aber leichtsinnig, was die Schuhstädterinnen wieder aufbaute. So konnten diese bis zur 27. Minute neuerlich einen 12:9-Vorsprung erarbeiten.
Was dann passierte, ließ die Fans mit dem Kopf schütteln. Ismaning erhielt eine Zwei-Minuten-Strafe, doch statt überlegt und diszipliniert den Vorteil zu nutzen, verlor die TSH den Ball reihenweise und ließ die Gäste bis zur Pause wieder bis auf ein Tor herankommen. Dass Torhüterin Ellen Mauritz nun öfter hinter sich greifen musste, lag vor allem daran, dass die wieselflinken Gäste bei ihren humorlosen Gegenstößen praktisch immer völlig frei vor ihr auftauchten.

TSH-Damen resignieren zu schnell

Nach dem Wechsel hatte Ismaning zum Erstaunen der Anwesenden die Torhüterin ausgewechselt, womit es also für die TSH gerade nach dem Wiederanpfiff primär darum ging, die neue Frau im Kasten nicht warmzuschießen. Doch genau das passierte: Die zuletzt so großartig aufspielende Tanja Küffner wurde in den ersten drei Minuten gleich dreimal freigespielt, doch mit halbhohen Würfen brachte sie sich um den Lohn der Bemühungen und den Gegner in Fahrt.
Der TSV überrannte die zu schnell resignierenden TS-Spielerinnen nun fast nach Belieben. Nach 48 Minuten stand es 19:15 für Ismaning, ehe es ansatzweise ein Aufbäumen im Hermannstädter-Team zu erkennen gab. Doch obwohl Herzogenaurach in der 51. Minute auf 18:19 und in der 58. Minute auf 22:23 (ausgehend von 19:23) herankam, hatte man nicht den Eindruck dass die Begegnung noch kippen könnte.
Zumal die TSH noch einmal in Überzahl agierte und erneut nichts damit anzufangen wusste. Ein Manko, welches seit Monaten die gute Mannschaftsleistung immer wieder trübt. In einer kampfbetonten aber anständig geführten Partie wurde die fehlende Wurfkraft aus der Distanz erneut zum Mitgrund für die Niederlage.
Die 17-jährige Annabella Thorn hatte zwar ihre Feuertaufe erhalten, aber es wäre zu viel verlangt gewesen, wenn gerade sie diese Begegnung hätte entscheiden sollen. Da müssen zunächst die Leistungsträger wie Andrea Berner die Akzente setzen, was ihr aber diesmal ebenfalls nicht gelang. "Mich ärgert diese Niederlage, weil wir 35 Minuten lang Geschenke verteilt haben und einige bei uns nach der Winterpause physische Mängel offenbarten", erklärte Udo Hermannstädter nach dem Schlusspfiff.