Die Voraussetzungen für die TSH waren alles andere als gut: Neben List, Berner und Stephan fiel auch noch Spiellenkerin Nina Bestle aus. Doch was die Herzogenauracherinnen heuer auszeichnet, ist die Moral und der Zusammenhalt. So verwunderte es nicht, dass Bestle schließlich doch mit verbundenem Daumen auflief und Berner nach Dienstschluss in aller Eile ihrer Mannschaft nachreiste, um in der zweiten Hälfte zur Verfügung zu stehen.
Da sich auch Bestle von ihrer besten Seite zeigte und gerade vor der Pause das Fehlen von Berner kompensierte, ging ein regelrechter Ruck durch das Team.
Winkelhaid wusste über die gesamte Spielzeit hinweg nie so recht, wie man der TSH beikommen sollte. Die TSH ging bis zur sechsten Spielminute mit 2:0 in Front, dann aber konnte der Gegner seine körperlichen Vorteile und den großen Kader ausspielen und führte ab der 15. Minute (7:6) meist mit ein bis zwei Toren.
Dennoch gelang es dem Favoriten nicht, das Geschehen an sich zu reißen. So erreichte die TSH ein 13:13-Unentschieden zur Halbzeit.
Winkelhaids zu erwartender Sturmlauf blieb nach der Pause auch deswegen aus, weil man sich erst wieder auf die plötzlich mitwirkende Berner einstellen musste. In der 41. Minute gelang den Gästen dann die 18:17-Führung. Wohl egalisierte der TSV fortan den jeweiligen Vorsprung der TSH, doch das Team zeigte einen unbeugsamen Siegeswillen - und selbst eine offensivere Abwehr der Winkelhaiderinnen konnte den verdienten Sieg für Herzogenaurach nicht mehr verhindern.
Zwei ausgezeichnete Schiedsrichter aus Erlangen hatten mit der anständigen, aber enorm kampfbetonten Begegnung keine Probleme. Nach dem Schlusspfiff gab es bei den TSH-Damen selten erlebten Jubel. Ihr Trainer meinte später: "Diese Mannschaft macht mich noch fertig, ich dachte sie genau zu kennen, doch was sie heute geleistet haben, hatte ich angesichts der Umstände nicht erwartet. Großes Kompliment an alle Spielerinnen, die hier über sich hinaus gewachsen sind."
Jetzt ist die Mannschaft erstmals in der Oberliga auf dem besten Wege, einen Dezember rundum positiv zu gestalten, wenn man denn am nächsten Sonntag das letzte Spiel der Vorrunde gegen Ottobeuren zu Hause nicht in den Sand setzt.