Schon im Vorfeld hatte sich das Trainerduo, René Friedrich und Steffi Mittasch, fest entschlossen gezeigt, an diesem Spieltag für klare Verhältnisse zu sorgen. Dies gelang auf ganzer Linie - und bei anhaltend kompromisslosem "Biss" wäre ser Sieg wohl noch höher ausgefallen. Doch mit der Gewissheit, Spiel und Gegner zu beherrschen, wurde die Abwehr hier und da vernachlässigt. Dass sich das nicht rächte, lag daran, dass die TSH im Angriff bis zum Schluss voll konzentriert blieb. Die HSG erwies sich allerdings auch nicht in der Lage, die Wende zu schaffen, allein ihr unermüdlicher Einsatz vorne wie hinten ist hervorzuheben, obwohl der Gast 40 Minuten lang in Schlagdistanz lag.

3. Liga Ost: TS Herzogenaurach - HSG Weiterstadt 30:20

Die schnelle 2:0-Führung der TS H egalisierten die Weiterstädterinnen noch und steckten auch nach dem überfallartigen 8:3 (18.) nicht auf. Die HSG kämpfte sich bis zurück in die Partie, auch wenn es zur Pause noch nicht rosig aussah (14:9), und hatte den Rückstand bis zur 39. Minute wieder bis auf drei Treffer verkleinert (16:13). Dies war der Zeitpunkt, als zunächst Martina Ebersberger - sie hatte die zuvor zuverlässig haltende Juliane Gerling im TSH-Tor abgelöst - mit fünf Glanztaten (einschließlich gehaltenem Siebenmeter samt Nachwurf ) ein Kippen der Partie verhinderte. Dazu explodierte Saskia Probst regelrecht und ließ bei Ballbesitz reihenweise Gegner stehen. Längst hatte da die HSG ihre etatmäßigen Distanzschützen Celine Schwarzkopf und Nadine Eilers auf die Bank gesetzt und ihr Heil mit Gewusel im Eins-gegen-eins gesucht, was vor allem Sonja Torenc mit oft grenzwertigen Aktionen zu nutzen verstand. Dabei provozierte sie bis zur 20. Minute zwei Strafzeiten gegen Lisa Neumann, bis dahin auffälligste TSH-Akteurin. Doch Herzogenaurach steckte diese und zwei weitere Zeitstrafen gut weg, auch wenn in der Abwehr nicht konsequent genug nachgerückt wurde.

Voller Dynamik und Spielfreude

Die taktisch starke und groß gewachsene Julia Drachsler rackerte vorbildlich, so lange die Kräfte reichten. Auch Kristin Lang machte am Kreis einen sehr guten Job, Laura Wedrich wartete mit Aktionen auf, die sie bereits in der Vorsaison stark gemacht hatten. Dazu trieben Nina Bestle und Vicky Egle mit voller Dynamik und Spielfreude die eigene Offensive immer wieder an, was die rund 200 Zuschauer zunehmend begeisterte.

Und dann war da noch der zweite Neuzugang aus Regensburg, Laura Brockschmidt: Ausgestattet mit beachtlicher Technik und Dynamik, dürfte von ihr noch viel zu erwarten sein, wenn sie sich auch spielerisch richtig bei der TSH eingewöhnt hat. Herzogenaurach ist auf allen Positionen doppelt besetzt, nun gilt es, dieses Vertrauen in sich selbst auch bei schwierigeren Begegnungen umzusetzen. Trainer Friedrich war jedenfalls zufrieden: "Wir haben die Begegnung von Beginn an dominiert, daher geht das Ergebnis auch in der Höhe in Ordnung."

TSH: Ebersberger, Gerling - Drachsler (3), Stephan (2), Egle (1), Wedrich (4), Bestle (2), Brockschmidt (1), Probst (11/4), Schneidereit, Lang, Theobald, Küffner, Neumann (6)