An Endspielen mangelt es den Bayernliga-Handballerinnen der TS Herzogenaurach derzeit nicht. Nahezu jedes Spiel gegen einen Konkurrenten um den Ligaverbleib erhält aufgrund der engen Tabellensituation einen besonderen Charakter. Denn den Elften SV-DJK Taufkirchen (9:17 Punkte) und den Vierten SG Garitz/Nüdlingen trennen gerade einmal sieben Zähler. Die Partie gegen die HSG Fichtelgebirge (Sonntag, 14.30 Uhr, Halle des Gymnasiums) ist für TSH-Trainer Udo Hermannstädter nun ein "weiteres Endspiel um den Klassenerhalt".

TS Herzogenaurach -HSG Fichtelgebirge

Ebenso wie Herzogenaurach holte die HSG bisher zwölf Punkte, hat allerdings ein Spiel weniger absolviert als Herzogenaurach. Zuletzt fehlte es Herzogenaurach auf dem Spielfeld immer wieder an Kleinigkeiten, um schon frühzeitig der gefährlichen Tabellenregion zu entkommen. Möglich wäre dies allemal gewesen, selbst bei etlichen Auswärtsspielen konnte die TSH ihre Qualität beweisen, dies aber zu oft nur über 55 Minuten. Zuletzt zu beobachten beim Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid (23:23), als zu viele Energien darauf verschwendet wurden, mit den Schiedsrichtern zu hadern.

Dies gilt es nun ebenso abzustreifen wie die deutliche 26:34-Niederlage des vergangenen Wochendendes beim Tabellenführer TSV Ismaning. "Mit einer durchgängigen Leistung wie in der ersten Halbzeit in Ismaning habe ich keine Bedenken. Aber jetzt spielen zwei Teams gegeneinander, die beide nach Punkten suchen, und da ist absolute Disziplin und Einsatz erforderlich", sagt Hermannstädter.

Denn mit der HSG Fichtelgebirge erwartet die TSH einen unberechenbaren Dauerrivalen, der wie Herzogenaurach blitzschnell umschalten kann und dank starker Einzelkönner schon immer ein äußerst unangenehmer Gegner war. Wenn man ihn denn ließ. Im Hinspiel erreichte Hermannstädters Team mit insgesamt nur sieben Spielerinnen ein 22:22-Unentschieden. Damals wurde die HSG Opfer ihrer eigenen Abwehrtaktik, indem man Dodan durch eine Pressdeckung zwar neutralisieren konnte, dafür aber Wege und Räume für die anderen TSH-Spielerinnen öffnete.

Gefahr aus dem Rückraum

Der Schlüssel zu diesem nicht wirklich erwarteten Punktgewinn war allerdings die mannschaftliche Geschlossenheit. 60 Minuten lang hielt man sich nicht nur mit begeisternder Abwehrarbeit und Angriffsdisziplin im Spiel, sondern baute sich auch verbal unentwegt gegenseitig auf. Anders als wohl am Sonntag, musste die HSG damals auf die seit Jahren überragende Filigrantechnikerin Hermankova verzichten. Unter Kontrolle zu bringen gilt es zudem auch die Linkshänderin Wölfel, die im rechten Rückraum für reichlich Torgefahr sorgt.

Eine kompakte Abwehr ist daher dringend erforderlich. "Findet die HSG zu ihrem Spiel, wird es extrem schwer. Es wird auch Zeit, dass wir unseren super Fans mal wieder einen Sieg schenken", sagt Herzogenaurachs Trainer.