Die erhoffte Revanche ist nicht geglückt: Die TS Herzogenaurach musste sich im Derby gegen die HSG Erlangen/Niederlindach - wie schon im ersten Spiel der Saison - geschlagen geben. Nach einer umkämpften, aber sehr fairen Partie, verließen die Herzogenauracher trotz Halbzeitführung (10:9) mit einer knappen Niederlage das Spielfeld.

Bei der HSG konnte Trainer Klaus Watzinger erstmals seit langem wieder auf sein komplettes Personal zurückgreifen. Einige Langzeitverletzte, wie Maximilian Willert und Kevin Gumbert, standen im Kader. Die Partie begann ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Bei den Gästen agierte die Abwehr zu halbherzig und im Angriff fehlte es an Tempo und Durchschlagskraft bei Würfen aus der zweiten Reihe.

In der 20. Minute konnte die HSG zum ersten Mal in Führung gehen (7:6), was den Co-Trainer der TSG, Norbert Münch, zu einer Auszeit veranlasste, um seine Mannschaft vor allem im Angriff besser aufzustellen. Diese Maßnahme fruchtete direkt: Den TSH-Herren gelangen vier Tore hintereinander. In den letzten Minuten der ersten Hälfte schlichen sich jedoch Unkonzentriertheiten ein, sodass die Gäste zur Halbzeit durch einen schwach verteidigten Rückraumwurf in letzter Sekunde noch bis auf ein Tor herankamen (10:9).

Spiel auf Augenhöhe

Die Partie war nun wieder komplett offen und es entwickelte sich beinahe der gleiche Verlauf wie in der ersten Halbzeit. Die Mannschaften stellten jeweils eine gute Abwehr und auch im Angriff nahmen sie sich nicht viel. Dementsprechend entwickelte sich der Spielstand im Gleichschritt weiter. Bis zur 46. Minute führte die TSH stets mit einem oder zwei Treffern, ließ aber mehrere Gelegenheiten zu einer höheren Führung liegen - auch weil auf Seite der HSG der erneut gut aufgelegte Lukas Hückel im Tor stand.

In den letzten zehn Minuten des Derbys wachte die HSG dann auf. Sie kamen wieder heran, konnten ausgleichen und in der 53. Minute durch Bene Laubmann wieder in Führung gehen (18:17). Hinzu kamen zwei Zeitstrafen für die TSH und durch eine optimal genutzte Überzahl wurde die Führung auf zwei Tore ausgebaut.In den Schlussminuten war die Abwehr der Herzogenauracher nicht mehr konsequent genug, um den Rückstand noch aufzuholen. Das eingegangene Risiko mit einer offenen Manndeckung am Ende fruchtete nicht und endete in dem finalen Gegentor zum Endstand (20:22).

Das Spielende sorgte für ein Aufatmen bei der HSG Erlangen/Niederlindach. Im Laufe der Partie sah es streckenweise nicht nach einem Sieg für die Gästemannschaft aus. Keiner der sonst so starken Schützen fand sein Selbstvertrauen im Abschluss, erst in der zweiten Hälfte biss sich das Team durch eine kämpferische Leistung und mit einer starken Moral ins Spiel. "Wir haben nach der Winterpause zunächst nicht so recht in das Spiel hineingefunden, zudem war die TSH gut eingestellt und hatte sich mit Ben Schwandner und Benjamin Funke noch zwei Routiniers in die Mannschaft geholt", erklärte HSG-Trainer KlausWatzinger die Startschwierigkeiten.

Weiter im Keller

Die Herzogenauracher haben den ersten Schritt aus dem Tabellenkeller verpasst. Co-Trainer Norbert Münch: "Das ist natürlich bitter für uns. Wir wollten unbedingt mit diesem Sieg in die Rückrunde starten und haben eigentlich auch kein schlechtes Spiel gemacht. Auf unsere Abwehrleistung können wir aufbauen, allerdings muss in den nächsten Spielen der Angriff besser werden, denn jetzt sind wir gefordert wieder etwas Zählbares zu holen."mth/me TSH: Kammerer, Langer - Hirning (2/1), Hablowetz (2), Wayand Y. (1), Freund, Wayand T. (2), Bellmann (2), Kundmüller (2), Sieber (3), Jonas (2), Funke (1), Schwandner (3) - Münch

HSG: Hückel, Schindler - Brunner (2), Erhardt (2), Gilg, Gumbert (1), Hauer (1), Laubmann (4), Sackmann, Schmieding (6), Stübinger (4), Willert (2)