Der fünfte Spieltag der 3. Liga Ost führte die Herzogenauracher Handballdamen nach Thüringen. In Bad Langensalza wurden sie von der zweiten Mannschaft des Thüringer HC empfangen. Nach einem Sechs-Tore-Rückstand starteten die Herzogenauracherinnen eine fulminanten Aufholjagd und landeten nach einer grandiosen zweiten Halbzeit einen 26:42-Kantersieg.

3. Liga Ost

Thüringer HC II - TS Herzogenaurach 26:42

Zunächst kamen die Herzogenauracherinnen gut ins Spiel. Schnell lagen sie nach Toren von Laura Wedrich, Nina Bestle und Saskia Probst mit 0:3 in Front. Routinier Petra Popluharova markierte für den THC den ersten Treffer. Ihre Mannschaft kam von nun an immer besser ins Spiel und erzielte durch Julia Redder den 5:5-Ausgleich.

Redder, ausgestattet mit einem Doppelspielrecht für den Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau, stellte die Herzogenauracher Abwehr vor größere Probleme. Vor allem ihren Toren war es zu verdanken, dass sich die Heimmannschaft bis zehn Minuten vor der Pause auf sechs Tore mit 16:10 absetzte.

Erst eine personelle Umstellung in der Abwehr und die Einwechslung von Martina Ebersberger für die glücklose Juliane Gerling zwischen den Pfosten, leiteten die Herzogenauracher Aufholjagd ein. Ebersberger parierte einige wichtige Bälle und eröffnete mit ihren Pässen das Tempospiel der Turnerschaft. Mit einem 6:0-Lauf kämpfte sich die TSH bis zur 27. Minute wieder auf ein Unentschieden zurück. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, aus dem die Herzogenauracher als vorläufiger Sieger herausgingen. Durch die Tore von Linkshänderin Saskia Probst und Julia Drachsler, die den Ball in letzter Sekunde im gegnerischen Netz versenkte, führten die Gäste zur Halbzeit mit 17:19.

Thüringer HC wird bestraft

Die zweite Halbzeit begann mit einer aufregenden Szene, bei der Saskia Probst in der schnellen Mitte von einer Gegenspielerin unfair gestoppt wurde. Dies wurde vom Schiedsrichtergespann Lisa-Caureme Oesker/Alix Ramcke mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet, was den THC-Trainer Andrej Minijevski so in Rage brachte, dass er sich erst eine gelbe Karte und dann eine Zeitstrafe einhandelte. Mit dieser Aktion brachte er nicht nur seine Mannschaft in eine missliche Lage, sondern bescherte den Herzogenauracherinnen auch ein Überzahlspiel, das sie in beeindruckender Weise für sich nutzten. Sowohl im direkten Gegenstoß als auch in der zweiten und dritten Welle spielte die Turnerschaft ein sensationelles Tempo. Zudem zeigte sich Laura Wedrich eiskalt von der Siebenmeterlinie und verwandelte alle sieben Strafwürfe.

Nach 40 Minuten stellte Linksaußen Sarah Stephan mit einem Dreierpack innerhalb zweier Minuten eine Fünf-Tore-Führung her. Auch mit zwei kurz hintereinander genommenen Auszeiten stoppten die Thüringer den Herzogenauracher Powerhandball nicht. Tor um Tor setzten sich die TSH-Damen um Martina Ebersberger ab. Die Torfrau trug sich sogar selbst in der 44. Minute in die Torschützenliste ein, als sie zum 20:29 einnetzte. Mitte der zweiten Halbzeit vergrößerte die gut aufgelegte Saskia Probst den Abstand auf zehn Treffer. Diesen Vorteil gaben die Herzogenauracherinnen nicht mehr her und entschieden das Spiel am Ende deutlich mit 26:42 für sich.

Höchster Sieg der 3. Liga

Mit der mannschaftlich geschlossenen Leistung begeisterte die TSH mit dem höchsten Sieg ihrer Drittligageschichte auch ihren Trainer René Friedrich: "Wir haben heute selbst beim Sechs-Tore-Rückstand die Ruhe behalten und im Angriff weiterhin sehr diszipliniert gespielt. Die Mannschaft ist gut drauf und alle haben momentan richtig Spaß am Spielen. Wichtig ist, dass wir jetzt konzentriert bleiben, um uns weiterhin im Mittelfeld festzusetzen."

Powerhandball zu Hause

Aktuell belegen die Handballdamen von der Aurach den vierten Tabellenplatz, haben jedoch schon zwei Spiele mehr auf dem Konto als die direkten Verfolger. Nächste Woche gibt es wieder die Möglichkeit, den Herzogenauracher Powerhandball vor Ort zu bestaunen. Am kommenden Sonntag ist der HV Chemnitz zu Gast in der Gymnasiumshalle. Das ist die Mannschaft, der die TSH im vergangenen Jahr nach zwei umkämpften Relegationsspielen den Vortritt im Kampf um den Klassenerhalt lassen mussten. Diese Rechnung wollen die TSH-Damen sicherlich wieder begleichen.

TSH: Ebersberger (1), Gerling, Drachsler (2), Stephan (5), Egle, Wedrich (11/7), Bestle (3), Brockschmidt (1), Probst (9), Schneidereit (1), Lang (1), Theobald (4), Neumann (4)