Eine vorschnelle Entscheidung war es nicht gerade. Bevor Tobias Dorsch die vakante Trainerstelle beim FC Frimmersdorf (FCF) zusagte, trainierte der 25-Jährige den A-Klassisten bis zur Winterpause zunächst nur zur Probe - auf eigenen Wunsch. "Er wollte sich erst einmal ein Bild von der Mannschaft machen und sich dann entscheiden", sagte Frimmersdorfs Spielleiter Günther Dorsch unserem Partnerportal anpfiff.info.
Nach dem 0:4 gegen den TSV Burgwindheim gab Tobias Dorsch schließlich seine endgültige Zusage. Nachdem Muamer Ramicevic schon nach dem dritten Spieltag das Traineramt aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt hatte, ließ sich der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger zunächst Zeit. Denn der neue Trainer sollte auch bestmöglich zum Umfeld passen. Den Verantwortlichen war es wichtig, keinen Schnellschuss zu landen.
Daher teilten sich bis zum Beginn von Tobias Dorschs "Probezeit" das Frimmersdorfer Urgestein Wolfgang Berthold und Günther Dorsch die Trainerstelle. Als dauerhafte Lösung war dies jedoch von Anfang an nicht vorgesehen.

Das Problem liegt im Angriff

Schon vor zwei Jahren versuchte Günther Dorsch, seinen Neffen als Spieler zum FCF zu lotsen. Damals noch ohne Erfolg. Nach internen Problemen beim TSV Vestenbergsgreuth, die dazu führten, dass er nicht mehr eingesetzt wurde, war der 25-Jährige nicht nur bereit, den Verein zu wechseln, sondern zudem eine neue Aufgabe anzugehen. An der Seitenlinie war Tobias Dorsch bisher noch nicht tätig, doch auch als Trainer dürfte er demnächst häufiger auf als neben dem Platz zu finden sein.
Schließlich soll der gelernte Stürmer mit dazu beitragen, das bisherige Angriffsproblem des FCF zu beheben. "Unsere klare Schwäche ist die absolute Harmlosigkeit vor dem Tor. Ich hoffe, mit meiner persönlichen Angriffsstärke etwas bewegen und einige Tore erzielen zu können", sagt der neue Spielertrainer. "Außerdem möchte ich ein Vorbild für die anderen Stürmer im Kader sein."
In den letzten beiden Spielen vor der Winterpause kassierte Frimmersdorf zwei Niederlagen mit insgesamt 0:7 Toren und überwintert auf Platz 9 der A-Klasse Bamberg 1. "Mit dem aktuellen Tabellenplatz sind wir natürlich nicht zufrieden. Wenn man aber die Gründe für den bisherigen Saisonverlauf kennt, ist zurzeit nicht mehr drin", erklärt Günther Dorsch. Zu viele Spieler hätten verletzt gefehlt, wären krank gewesen oder hätten aus beruflichen Gründen nicht am Training teilnehmen können. "Das konnten wir mit unserem Kader nicht jede Woche kompensieren. Teilweise mussten bei Spielen sogar Akteure aus der Alt-Herren-Mannschaft eingesetzt werden."

Keinen Druck erzeugen

Für die noch ausstehenden Saisonspiele würde er sich daher wünschen, dass das Verletzungspech den FCF vorerst verschont und der eine oder andere Platz in der Tabelle gutgemacht werden kann. Dorsch: "Wir wollen den neuen Trainer und die junge Mannschaft aber nicht unter Druck setzen."
Dieser geht seine neue Aufgabe derweil hochmotiviert an und möchte in der Winterpause an der nötigen Grundkondition für die bis zum Saisonende anstehenden Aufgaben arbeiten. "Kurzfristig möchte ich die sehr junge Mannschaft vor allem in Sachen Cleverness und Spielstärke verbessern. Wir haben viele junge Spieler, die sehr gut sind, denen jedoch noch das Spielverständnis fehlt." Das sei jedoch ein Prozess, den man erlernen könne, sofern gewisse Grundlagen vorhanden sind. "Dies ist eindeutig der Fall", sagt Tobias Dorsch.
Schon in der kommenden Spielzeit möchte er mit seiner neuen Mannschaft daher in oberen Tabellenregionen mitmischen und die Kreisklasse in Angriff nehmen. Das dafür nötige Potenzial dafür meint er erkannt zu haben - schließlich hat er sich Zeit genommen und sich den nächsten Schritt seiner Karriereplanung gut überlegt.