Die Shorthorns konnten zwar lange mithalten, aber im letzten Viertel setzte sich dann die größere Klasse der Wasserburgerinnen durch und somit gewannen die Gastgeberinnen auch verdient. Mit nun nur noch 6:4 Siegen rangieren die Shorthorns weiter auf Rang 5, doch der TSV sitzt ihnen mit 5:7 Siegen als Sechster im Nacken.
"Wir haben heute gut gespielt, eine gute Einstellung gehabt, aber am Ende hat einfach die größere Qualität der Wasserburgerinnen das Spiel entschieden", erklärte TSH-Trainer Christian Braun. Der TSV habe Spielerinnen, die sechs oder sieben Mal pro Woche trainieren und Perspektiven auf eine professionelle Karriere haben. Damit könne Herzogenaurach nicht ganz mithalten. "Dennoch muss ich meinen Damen ein Kompliment machen, da sie nie aufgehört haben zu kämpfen und bis zum Ende noch eine Siegchance hatten. Jetzt heißt es, Mund abwischen und weiter konzentriert trainieren.
Dann wird es nächste Woche wieder erfolgreicher laufen", sagte Braun optimistisch.

TSV Wasserburg II - TS Herzogenaurach 57:48

Das erste Viertel war zunächst von der starken Verteidigung von beiden Seiten geprägt. Nur wenige Punkte fielen, und wenn doch einmal eine Mannschaft einnetzte, war das mehr hart erarbeitetes Stückwert als spielerische Brillanz. Die athletische Jana Ulbig (15 Punkte) sorgte mit ihrer Dynamik dafür, dass die TSH zu Zählbarem kam, indem sie mit ihrer Geschwindigkeit Fast-Breaks auch gegen zwei Gegenspielerinnen abschloss. Auf der Gegenseite tat sich hauptsächlich Karin Schübel hervor, welche mit ihrem harten Spiel unter dem Korb ihre Gegenspielerinnen einfach überpowerte. So führten die Gastgeberinnen nach dem ersten Viertel knapp mit 13:12.
Auch der zweite Durchgang war umkämpft, diesmal hatten aber die Shorthorns leichte Vorteile: Tina Riegner wühlte unter dem Wasserburger Korb und kam durch all ihre Erfahrung zu einigen Punkten. Zudem sorgte Raluca Chioran mit schnellen Zügen zum Korb für Zählbares. Die Wasserburgerinnen blieben durch zwei Dreier von Anja Sattler im Spiel, doch insgesamt konnte sich keine Mannschaft einen größeren Vorsprung herausspielen. Zur Halbzeit führten die Schuhstädterinnen verdient mit 26:23.

Wer knackt die Abwehr zuerst?

Im dritten Viertel drehte sich das Spiel erneut. Zwar blieb es knapp, aber jetzt kamen die Hausherrinnen besser ins Spiel. Lena Aß (9) netzte aus der Mitteldistanz ein, und Karin Schübel agierte weiter gekonnt unter dem Korb. Nach fünf Minuten ging der TSV mit 33:29 in Front und verteidigte den Vorsprung bis zur Viertelpause. Regine Brox konnte bis dorthin allerdings noch mal ein paar Akzente setzen und auf 38:36 verkürzen. Insgesamt zeigte sich aber, dass in dieser Partie wohl die Mannschaft gewinnen würde, die als erste ein Mittel findet, die Verteidigung des Gegners konstant zu überwinden, da in einem derart punktearmen Spiel ein paar konstante Minuten entscheidend sein können.
Und im Schlussviertel wurde genau das umgesetzt. Aus Herzogenauracher Sicht kam leider keine weitere Wende mehr. Im Gegenteil, die Oberbayerinnen konnten ihren Vorsprung weiter ausbauen. Zwar hielt die Defensive der Shorthorns das Teamspiel ihrer Kontrahentinnen gut unter Kontrolle, doch gegen die individuelle Klasse der Einzelspielerinnen konnte sie nicht immer bestehen.

Gastgeber lassen einfach nichts zu

Im Klartext bedeutete dies, dass die Herzogenauracherinnen dem TSV die Würfe extrem schwer machten, aber letztendlich doch nicht verhindern konnten, dass Wasserburg ein ums andere mal einnetzte. So zogen die Hausherrinnen weiter davon und gewannen am Ende souverän mit 57:48. Zwar war der Punkteabstand nie größer als am Ende, und so hätte ein Lauf der niemals aufgebenden Shorthorns zum Sieg gereicht, aber die Wasserburger Defensive war einfach zu gut, um solch einen Lauf zuzulassen.