Die Ausgangslage ist klar. Gewinnen die Regionalliga-Basketballerinnen der TS Herzogenaurach das letzte Spiel der Saison bei der TS Jahn München II, sind sie Vizemeister. Bei einer Niederlage beenden sie die Spielzeit hinter Elsenfeld und München als Vierter. "Klar wollen wir uns den zweiten Platz schnappen", gibt Mannschaftsführerin Theresa Heinz die Richtung vor.

Mut machte dem Team von Trainer Christian Braun dabei seine aktuelle Serie, denn in der Rückrunde gab es bisher nur bei der Nördlinger Bundesliga-Reserve eine Niederlage, sodass die Shorthorns nun schon seit vier Spielen in Folge ungeschlagen sind. München verließ hingegen die vergangenen drei Partien als Verlierer den Platz - was die Aufholjagd der Shorthorns erst möglich machte.

TS Jahn München II - TS Herzogenaurach

Die Tendenzen sind somit zwar eindeutig, liefern aber trotzdem ein trügerisches Bild. Schließlich liegen die Münchnerinnen den Shorthorns eher weniger, was nicht zuletzt die 76:85-Niederlage im Hinspiel zeigte - die einzige Heimniederlage der TSH. "München ist immer sehr gut organisiert und agiert mit einer extrem druckvollen Defense. Dazu haben sie offensiv ein gutes Konzept und viel individuelle Qualität, die sie gut einzusetzen wissen", sagt Braun. "Es ist eine extrem gute Mannschaft, die nicht umsonst oben in der Tabelle steht.

Für die zweitbeste Defensive der Liga gilt es, die erfahrenen Jahn-Spielerinnen im Auge zu behalten. Julia Pfettner (11,7 Punkte pro Spiel) führt ihr Team an. Sie wird unterstützt von Verena Seligmann (13,3). Hinzu kommen Heidi Lanzendorfer (9,5) und Theresa Streng (10,9), die mit viel Zug zum Korb, Physis und Aktionen in Korbnähe zu überzeugen wissen. Da alle vier jedoch eher auf den Außenpositionen zu Hause sind, vermutet Braun, dass viel Arbeit auf die kleineren Spielerinnen der Shorthorns zukommen dürfte.

Die Münchner Stärken auf den Außenpositionen könnten aber auch Räume auf den Innenpositionen ermöglichen. Zuletzt haben die Centerspielerinnen von der Aurach bewiesen, in welch starker Form sie sich derzeit befinden. Sie ermöglichten zuletzt immer wieder gute Wurfmöglichkeiten für ihre Mitspielerinnen, weshalb die Duelle unter dem Korb entscheidend für den Ausgang der Partie werden könnten.

Viele Eigengewächse

Ein weiterer Vorteil der TSH-Spielerinnen könnte der größere Erfahrungsschatz sein. Zwar haben die Münchener Top-Akteure Erfahrung bis auf Bundesliga-Niveau gesammelt, doch viele Spielerinnen sind junge Eigengewächse. Personell bieten sich den Gastgeberinnen aber noch Alternativen aus der ersten Mannschaft, da hier die U24-Regelung zur Talentförderung greift, die Aushilfen erlaubt. Doch auch Braun und Co-Trainer Felix Hofmann können aus dem Vollen schöpfen.